Das AUTOFIT-Team: v.l.n.r. Tim Werner, Petra Brück mit Kalle, Timo Sossna (Azubi), Guido Werner, Carsten Ternes, Lars Becker, Sebastian Tüting und Elisabeth Werner. Bild: H. Malguth

Das AUTOFIT-Team: v.l.n.r. Tim Werner, Petra Brück mit Kalle, Timo Sossna (Azubi), Guido Werner, Carsten Ternes, Lars Becker, Sebastian Tüting und Elisabeth Werner. Bild: H. Malguth

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AUTOFIT Markenpartner Guido Werner Kfz + Service in Kaisersesch

Ob Oldtimer-Restauration oder E-Mobil…

…in dieser Werkstatt wird der Traum vom Fahren erlebbare Realität. Inhaber und Werkstattteam überraschen zudem mit nachhaltig geprägten, innovativen Ideen. Wir stellen Ihnen den AUTOFIT Markenpartner näher vor.

Als wir in der AUTOFIT Werkstatt im 30 Minuten südwestlich von Koblenz gelegenen Kaisersesch eintreffen, begrüßt uns ein tiefenentspannter Betriebsinhaber Guido Werner ohne jegliche Anzeichen von Stress oder Alltagshektik. Auch die Verkaufsräume vermitteln eher den ehrwürdigen Eindruck eines Automuseums als den eines stark ausgelasteten Werkstattbetriebs.

Wenn Sie nicht so zufrieden aussähen, könnte man vermuten, dass Ihr Betrieb zurzeit eine kleine Winterdepression erlebt, Herr Werner…

 

Zugegeben – in der Werkstatt herrscht derzeit tatsächlich nicht unbedingt Hochkonjunktur, aber unsere Zahlen passen, und wir verlassen uns schon seit Jahren nicht einzig und allein auf unsere Kundenfrequenz im Fahrzeugservice.

Der AUTOFIT Konzeptpartner Guido Werner in Kaisersesch. Bild: H. Malguth

Erklären Sie uns Ihr Geschäftsmodell?

 

Angefangen hat es bei mir bereits 1990: Damals habe ich ein Gewerbe angemeldet mit dem Ziel, mich irgendwann einmal selbstständig zu machen. 1991 habe ich meine Meisterprüfung abgelegt und 1995 einen Kfz-Handel gegründet – allerdings zunächst noch als Nebengewerbe. Erst ab 2006 habe ich das hauptberuflich gemacht, zunächst ein Jahr alleine, dann mit Unterstützung eines Gesellen. Damals war der Betrieb in der Nachbargemeinde Kehrig beheimatet. Bis 2015 hatte ich bereits 9 Mitarbeiter. Als ich diesen Standort, ein ehemaliges Toyota Verkaufshaus, aus einer Konkursmasse ersteigern konnte, habe ich beide Betriebe für zweieinhalb Jahre parallel geführt. Hier musste ich jedoch erkennen, dass es wenig sinnvoll ist, zwei nur knapp zehn Kilometer auseinander gelegene Filialen zu betreiben. So vollzogen wir 2017 den Komplettumzug hierher.

Wodurch steuert denn ein Toyota Betrieb in die Pleite?

 

Letztendlich führten wohl schlechte Verkaufszahlen zum Aus.

 

Aber bei Ihnen ist der Verkauf von Gebrauchten zum wichtigen Standbein geworden…

 

Genau. Das ist meine eigentliche Stärke. Aus dem ursprünglich als Kfz-Handel Werner bekannten Unternehmen ist später Guido Werner Kraftfahrzeuge plus Service entstanden. Aber das beschreibt ja noch längst nicht die gesamte Unternehmensstruktur…

Wie man sieht, verkaufen Sie auch Oldtimer…


Ja, wir haben verschiedene große Kunden, für die wir Fahrzeuge reparieren oder restaurieren – jedoch pro Jahr nicht mehr als eins oder zwei. Zurzeit befinden wir uns wieder inmitten der Restaurierung eines sehr seltenen Fahrzeugs, das in Kürze in die Lackiererei überführt wird. Das für uns schönste Auto, das wir je aufbereitet haben, war eine Corvette C2, komplett restauriert, von Grund auf inklusive Motor zerlegt und anschließend lackiert. Das war eine Aktion, die über 2 Jahre gedauert hat. Das Ergebnis konnte sich anschließend wirklich sehen lassen.

Das Ehepaar Werner pflegt ein gemeinsames Faible für historische Motorroller. Bild: H. Malguth
In der geräumigen Werkstatt finden PKW, Sprinter und auch Wohnmobile Platz. Bild: H. Malguth

Dazu kooperieren Sie bestimmt mit dem Betrieb in Ihrer Nachbarschaft…

 

Ja, mit der Lackiererei arbeiten wir eng zusammen. Wir erhalten von dort die Karosseriearbeiten, und im Gegenzug geben wir unsere Lackierungen nach nebenan.

Als weiteres Erfolgsmodell, das man hier jetzt nicht so erwartet, dient unsere hauseigene Autovermietung. Wir verfügen über mehr als 30 Fahrzeuge – allerdings überwiegend Nutzfahrzeuge: Transporter, Busse etc. Pkw sind ganz schwierig, gewinnbringend zu vermarkten. Die Hersteller überbieten sich hier doch mit sehr guten Leasingangeboten, kleinen Raten, Rücknahmegarantien... Wir hingegen können keinen Restwert garantieren.

 

Daher bedienen wir hier einen Großteil der Handwerker im Umkreis – nicht nur mit Gebrauchten, sondern auch mit der Vermittlung von neuen Fahrzeugen über unseren Partner Mercedes. Darüber hinaus verfügen wir über einen Pool von Überbrückungsfahrzeugen, wenn ein Kunde mal Überkapazitäten an Aufträgen erledigen, Leiharbeiter einstellen muss und dafür zu wenig Firmenfahrzeuge hat. Dann holt er sich bei uns ein Auto und bringt es nach vier Monaten wieder zurück. Oder er hatte einen Unfall und braucht jetzt für die Überbrückungszeit ein Fahrzeug mit einem Regaleinbau. Das bekommt er dann bei uns – mit einem Regaleinbau wie er ihn braucht.

 

Angefangen hat es eigentlich durch den Kontakt zu einem Großkunden, der mich gebeten hatte, ihm in Verhandlungen mit einem großen Fahrzeugverleih beratend zur Seite zu stehen. Hier sollten 15 Autos à 50.000 km, das sind 7,5 Mio. km im Jahr – Wartung, Reparatur, Reifen – geleast werden. Am Ende der Verhandlungen haben wir die Fahrzeuge eingekauft und seit 2011 bedienen wir den Kunden bis zum heutigen Tag – mal mit mehr mal mit weniger Fahrzeugen. Parallel dazu haben wir dann unsere eigene Fahrzeugvermietung aufgemacht.

Verleihen Sie auch Wohnmobile?

 

Wohnmobile bieten wir auch in drei verschiedenen Typen. 2018 haben wir mit dem ersten angefangen, 2019 sind dann zwei weitere angeschafft worden. Wir verzeichnen dafür eine gute Auslastung und haben viele Anfragen. Meine Frau kümmert sich um die Buchungen der Wohnmobile, ich mich um die Übergabe und die Reinigung und Wartung. Meine Frau und ich unternehmen auch selbst ganz gern mal eine Tour und haben im Laufe der Jahre viele wertvolle Erfahrungen gesammelt:

 

Autoverkäufer Tim Werner. Bild: H. Malguth

So fahren wir oft einfach in den übernächsten Ort unseres eigentlichen Ziels, steigen dort in die Bahn und fahren ohne Parkplatzprobleme mit dem Zug. Wir bleiben nur noch auf Parkplätzen in Orten, wo es eine Bahnverbindung gibt. Wir sind mal mit dem Zug nach Nizza gefahren, das war total klasse. Wir hätten auch am anderen Tag nach Monaco fahren können. Ansonsten zahlt man schnell mal 40 Euro Parkgebühren. Zudem ist es alles andere als entspannend, mit dem Wohnmobil durch die Stadt zu fahren. Auch diese Erfahrungen nehmen wir für unsere Kunden mit: Welchen Stellplatz kann man nehmen? Wo ist die Übernachtung sicher? Und wenn man schaut, dass irgendwo an einem Fluss ein Schiff fährt oder es eine Bahn gibt, dann ist man mobil, dann kann man überall hinfahren und sich auch die Städte angucken und wieder zurück. Wir empfehlen unseren Kunden, auch nicht durch die Schweiz zu fahren. Dort reagiert man sehr penibel auf Überladungen...

E-Auto-Wallbox – ein kostenloser Service für Kunden bei Guido Werner. Bild: H. Malguth

Bieten Sie auch einen Abschleppdienst an?

 

Wir waren 2012 der einzige Betrieb mit einem vollelektrischen Fahrzeug. Damals war ich in Frankfurt auf der IAA und habe mich für Elektromobilität interessiert aber niemand hat sich für mich interessiert – da ging es nur darum, die Fördermittel abzugreifen. So war das damals. Aber das Thema und das E-Mobil an sich haben mich so begeistert, dass wir uns eins gekauft haben. Meine Frau hat es tatsächlich jahrelang gefahren. Zurzeit nutzen wir es als Transferfahrzeug und erledigen damit unsere Besorgungsfahrten in der Stadt.

Mittlerweile verfügen wir über eine eigene Ladestation, haben zwei Werkstattersatzfahrzeuge mit Vollelektrik, sind klimaneutral, haben keine Kunststoffreifensäcke mehr. Wir reden auch mit unseren Lieferanten, dass sie das mit diesen Kunststoffverpackungen sein lassen sollen, dass wir das nicht befürworten und dann zur Not auch nicht kaufen. Wir haben hier vorne eine 11-kW-Ladestation. Wenn Sie einen Tesla laden wollen, brauchen Sie bis zu 300 kW. Dafür benötigen Sie das dicke Kabel, das legt Ihnen doch niemand hierhin. Das kostet richtig Geld. Wir laden hier mit 11kW unseren Audi und unseren IOn. Kaisersesch und zwei weitere Orte in Deutschland sollen Teststädte für wasserstoffbetriebene Autos werden. Ist mit Sicherheit nicht schlecht, es muss aber auch bezahlbar bleiben. Was kostet ein Wasserstoffauto? 90.000 Euro?

 

An dieser Stelle bleibt festzustellen, dass wir uns vermutlich noch stundenlang mit Ihnen über innovative Technologien und nachhaltige Lösungen für den modernen Werkstattbetrieb 2.0 oder 3.0 unterhalten könnten, Herr Werner. Mit diesem Erfahrungsfundus im Rücken werden Sie mit Sicherheit auch weiterhin sehr erfolgreich bleiben.

 

Wir danken Ihnen, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung gestanden haben.

Beitrag: H. Malguth

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