AUTOteam plus Konzeptpartner Kfz-Meisterbetrieb Diller in Kaiserslautern

Der Segen einer tollen Geschäftsidee

Seit dem 1.Quartal 2019 führt Marco Kehrt als Geschäftsführer die Geschicke des Traditions- unternehmens, dessen Ruf zuvor von drei Generationen der Familie Diller begründet wurde und über Jahrzehnte zu seiner heutigen Bedeutung gelangt ist. Exponenzial erfolgreich hat sich dabei die Quad-Sparte entwickelt, die mittlerweile 30% des Umsatzes ausmacht.

Marco Kehrt verbringt viel Zeit im Büro.

Als Gesprächspartner steht uns der dynamische Geschäftsführer Marco Kehrt gern Rede und Antwort. Trotz seines erst kurzen Mitwirkens im Unternehmen Diller verfügt er über reichlich Erfahrung:

»Angefangen habe ich bereits 2010 mit einer eigenen kleinen Werkstatt, ehe ich in Altenglan, das etwa 25 Autominuten von hier entfernt liegt, einen größeren Betrieb übernommen habe. 2018 erfolgte dann mein Einstieg hier. Dabei war es für mich und meinen Mitgesellschafter Jürgen Bischoff eine Herzensangelegenheit und eine Frage des Respekts gegenüber dem Vorbesitzer, den bisherigen Namen Kfz Diller auf jeden Fall beizuhalten. Auch in Hinblick auf unsere amerikanischen Kunden, die uns aufgrund der Nähe zur Air Base Ramstein und der zahlreichen umliegenden US-Kasernen seit Jahren die Treue halten, wäre es ein falsches Signal gewesen. Hier zeichnet sich ein Deal ab, dass wir künftig unseren technischen Support auch konkret auf die Fahrzeuge der Streitkräfte ausdehnen werden.«

Zusammen mit Michael Diller bildet er ein eingespieltes Tandem.

Wie ordnen Sie die Ankündigung des US-Präsidenten ein, einen Großteil der Streitkräfte künftig aus Deutschland abzuziehen. Betrifft das diese Region?
Ich kann es mir nur schwer vorstellen. Aktuell bauen die US-Militärs hier ein komplett neues Krankenhaus für ca. 1,2 Milliarden Euro. Dazu passen diese vermeintlichen Abzugspläne eigentlich nicht.

Schildern Sie uns kurz Ihren persönlichen Werdegang...
2003 Ausbildung im Kfz-Bereich, anschließend Meisterschule und BWL-Studium.

Interpretieren Sie Ihre Rolle eher als Schrauber oder als Geschäftsführer?
Das Schrauben würde mir tatsächlich auch aktuell noch viel Spaß machen, aber mein Tagesablauf sieht für mich dann eher letzteres vor. Für die Werkstattabläufe habe ich einen Kfz-Meister und zwei Servicetechniker beschäftigt.

Die Werkstatt ist spezialisiert auf amerikanische Autos, deren Abmessungen auch besondere Anforderungen ans Equipment stellen.

Sie verfügen über einen großen Kundenstamm aus den Reihen der amerikanischen Streitkräfte. Das setzt voraus, dass sich Ihr Team mit US-Fahrzeugen auskennt...
Hier unterscheiden wir uns sicherlich sehr stark von anderen Werkstätten. Wir reparieren natürlich viele amerikanische Modelle. Trotzdem liegt unser Fokus eindeutig auf dem Service an deutschen Fahrzeugen. Neben dem Know-how verfügen wir über die technische Infrastruktur, das Equipment und die dafür erforderlichen Servicedaten. Darüber hinaus bieten wir Reparaturen, Service und den Verkauf von acht der in Europa marktführenden Quad-Hersteller an und verfügen über eine eigene Quad- und Zweiradwerkstatt. Hierbei beschränken wir uns aber auf Motorräder, Quads und Buggies.

Marco Kehrt ist dank seines Verbesserungsvorschlags zur Verlängerung der Anhängerkupplung vom französi- schen Hersteller GOES nicht nur zu einer Quad-Safari nach Abu Dhabi eingeladen, sondern auch zum Berater fürs Entwicklungsteam ernannt worden.

Wie hat sich das ergeben?

Eigentlich durch die Tatsache, dass ich den Bereich bereits in meiner Werkstatt in Altenglan mit einer eigenen Bühne und einem fachlich orientierten Monteur abgedeckt habe. Als ich den Betrieb dort übernommen hatte, riet mir der Vorbesitzer, das Quad-Segment unbedingt beizubehalten, weil sich diese Sparte »echt durch die Decke« entwickeln würde.

Daraufhin habe ich versucht, den Kosten-Nutzen-Aspekt über einen längeren Zeitraum zu analysieren und gegen- überzustellen. Parallel dazu galt es abzuwägen, wie dieses Business zu bewerkstelligen sei, wenn man kein einziges Fahrzeug im Showroom vorzuweisen hat und sich über Monate hinweg auch kein Quad in der Werkstatt zur Reparatur befand. Alle Befragungen der Zielgruppe – nämlich der jungen Leute – ergaben, sie würden lieber Motorrad fahren als Quad. Also kam ich zu dem Schluss: Das ist ein reines Nischenprodukt, und es lohnt sich für uns nicht. Trotzdem blieb die Nachfrage nach Quads ungebrochen. Daraufhin habe ich den Vorbesitzer kontaktiert und gefragt, wie er denn den Quad-Verkauf ohne Ausstellungsmodelle betrieben hätte. Ich erhielt die Antwort »Allein durch die Auslage von Prospekten im Verkaufsraum!«

Jasmin Bauer koordiniert zusammen mit Michael Diller den Kundenempfang und die Administration.
Zweiradmechaniker Ralf Hör- hammer ist spezialisiert auf Quads und Motorräder.
Unglaublich: Der gelbe Prototyp (Bild oben) ist Marke Eigenbau, dessen Zulassung aus 1996 (!) stammt. Trotzdem sieht die Maschine aus wie neu! Hier lebt ein echter Zweiradfan seinen Beruf aus.

Dazu bot er dann die Serviceleistungen der Werkstatt als schlagkräftiges Argument – und die Erfolgsstory nahm ihren Lauf. Somit musste ich meine persönliche Philosophie, dass ohne Ausstellungsexemplar kein Verkauf zu generieren sei, gründlich revidieren.

Daraufhin entschied ich, das Risiko zu wagen. Wir schlossen also den ersten Händlervertrag ab, daraufhin noch einen zweiten. Die übrigen sechs Vertriebspartner sind dann von sich aus auf uns zugekommen. Trotz dieses fast unerklärlichen Erfolgs meines Vorgängers habe ich den dortigen Showroom mittlerweile aber mit entsprechenden Vorführ-Quads ausgestattet. Und hier können wir dank der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unser Quad-Sortiment repräsentativ anbieten und vermarkten. Seither explodiert auch hier das Geschäft!

Fahren Sie auch selbst?
Ja, letztendlich kann ich nichts verkaufen, was ich nicht selbst kenne. Ich komme zwar ursprünglich aus dem Mo- torradlager, habe meins aber dann letztendlich verkauft und bin beim Quad geblieben.

Muss man dafür auch einen Helm tragen?
Es besteht Helmpflicht, aber der große Vorteil liegt beim Quad darin, dass man es mit normalem Pkw-Führerschein fahren darf und keinen Motorrradführerschein braucht.

Welche Geschwindigkeit erreichten Quads?
Da kann es schon vorwärts gehen – 120km/h sind da schon machbar.

Was kostet ein Quad?
Das geht los bei 1.200 Euro für ein Kinder-Quad und setzt sich fort über die Mittelklasse (6.000 – 10.000) oder 20.000 Euro für ein Top-Modell bei den Erwachsenen.

Zusammenfassend kann man also resümieren, dass Ihr Unternehmen die drei Säulen Pkw, Quad und Motorrad abdeckt...
...und das in beiden Werkstattbetrieben. Hier beschäftigen wir sogar einen Karosseriebauer für Instandsetzungen. Le- diglich Lackarbeiten erledigen wir über eine befreundete Lackiererei als Kooperationspartner.

Wie haben Sie die für viele schwierige Zeit der Corona- Pandemie erlebt und überstanden?
Das kann ich – und da spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für viele meiner Kollegenbetriebe dieser Region – mit einem breiten Lächeln beantworten: Wir haben von dieser Situation mit Sicherheit sogar profitiert! In den ersten Tagen unmittelbar nach der Hot-Spot-Entwicklung im österreichischen Ischgl war zwar eine merkliche Zurückhaltung in der Kundenfrequenz spürbar. Wir haben uns dann auch gleich darüber Gedanken gemacht, welche Maßnahmen für ein wirksames Schutz- und Hygienekonzept getroffen werden mussten. Fortan wurden Kunden nur noch einzeln per Klingelzeichen eingelassen, die Maskenpflicht kam hinzu, überall wurden Desinfektionsmittelbehälter positioniert.

Wir haben unsere Belegschaft in zwei Teams aufgeteilt. Jedes Team hat dann jeweils zwei Wochen hintereinander gearbeitet und wurde dann vom anderen Team für abermals zwei Wochen abgelöst. So hatten wir hier die maximal realisierbare Sicherheit, dass im Notfall noch immer ein Team gesund bleibt und den Betrieb aufrecht erhalten kann.

Als für viele Kunden die Ahnung zur Gewissheit wurde, eventuell nicht in den Urlaub fahren zu können, begann bei uns der Ansturm auf die Werkstatt und unseren Fahrzeugverkauf. Was in diesem Jahr passiert ist, hätte ich mir vorher nicht vorstellen können. Meine These lautet daher: Die Kunden haben sich bewusst dazu entschlossen, das eingeplante Urlaubsgeld in ein neues Fahrzeug oder zumindest in die Reparatur ihres alten zu investieren.

Wenn wir in normalen Jahren in der Quad-Saison von Anfang März bis Mitte Juni (Stand heute) ca. 50 Quads verkaufen, so haben wir im Corona-Jahr 2020 bereits mehr als 80 Fahrzeuge verkauft. Aktuell haben wir kaum noch Modelle in der Ausstellung, weil uns die Hersteller gar nicht schnell genug beliefern können! Wir verfügen normalerweise über 40 Fahrzeuge am Lager, zwischenzeitlich hatte sich der Bestand auf gerade mal vier reduziert, weil die Produktionsbetriebe zeitweise dem kompletten Lockdown unterworfen waren. Mit vier Fahrzeugen wirkte unser Showroom schon fast ein wenig unprofessionell.

Kurzum: Das hat unser Team wirklich exzellent gemeistert!

Auch Buggies gehören zum Repertoire des Kfz-Meisterbetriebs.
Arbeit darf schon mal Spaß machen.

Beitrag: H.Malguth

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