Schon mal Platz nehmen zur Probefahrt: Inhaber Lars Krzebek (rechts im Bild) präsentiert mit einem seiner Mitarbeiter einen der neuen Werkstattersatzwagen. Bild: H. Malguth

Schon mal Platz nehmen zur Probefahrt: Inhaber Lars Krzebek (rechts im Bild) präsentiert mit einem seiner Mitarbeiter einen der neuen Werkstattersatzwagen. Bild: H. Malguth

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AUTOteam plus Markenpartner Autoservice Heiligenthal in Gerbstedt

Aus Alt mach Neu: Mehr als nur Kosmetik

Lars Krzebek, 40-jähriger Autoservicetechniker aus Gerbstedt, hat sich seinen Traum von der beruflichen Eigenständigkeit mit Mut und Unternehmergeist erfüllt. Innerhalb weniger Monate entstaubte er eine etwas in die Jahre gekommene Werkstatt und machte daraus einen hochmodernen Kfz-Betrieb mit Perspektive.

Auf der Suche nach lohnenswerten redaktionellen Themen besucht unsere Redaktion die freie Werkstatt von Lars Krzebek, der mit Enthusiasmus, Dynamik und Ideenreichtum den Mut aufgebracht hat, sich abseits der dicht besiedelten Ballungsgebiete aus einem etwas in die Jahre gekommenen Betrieb eine moderne Kfz-Werkstatt aufzubauen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Im Interview berichtet Herr Krzebek von den Herausforderungen und Chancen, die ein eigener Betrieb mit sich bringt.

Seit wann führen Sie diese Werkstatt?

 

Diesen Betrieb habe ich erst im März 2019 vom Vorbesitzer übernommen. Davor hatte ich eine Zweiradwerkstatt in Gerbstedt, die ich parallel zu meiner häuslichen PKW-Garagenwerkstatt jeweils halbtags betrieben habe. So bin ich zweigleisig unterwegs gewesen – einen halben Tag in Gerbstedt und den Rest des Tages dann zu Hause. Das war natürlich ziemlich stressig! Als der Vorbesitzer mir dann seinen Plan unterbreitete, diesen Betrieb übergeben zu wollen, habe ich natürlich zugegriffen. Seither ist er bei mir als Werkstattmeister angestellt, und ich führe den Betrieb nun in eigener Regie.

Lars Krzebek und sein Team sind stets im Einsatz für ihre Kunden. Bild: H. Malguth

Sind Sie auch für die komplette Umgestaltung der Gesamtoptik der Werkstatt verantwortlich?

 

Ja, wenngleich ich mir anfangs noch gar nicht vorstellen konnte, wie das dann im Endeffekt mal aussehen würde mit der modernen Farbgebung, der Außenwerbung und dem Werbepylon an der Straße. Aber heute weiß ich: Wir werden wahrgenommen, und die Straße, über die man in beiden Fahrtrichtungen größere Städte wie zum Beispiel Halle erreicht, ist schon stark befahren.

Zwischen diesen Bildern liegen nicht einmal zwölf Monate: Die Aufnahme links zeigt die Werkstatt vor der Übernahme durch den neuen Inhaber Lars Krzebek. Bild: H. Malguth
Rechts präsentiert sich das Unternehmen in der heutigen Optik. Mögen es außen nur einige Eimer Farbe gewesen sein, so hat sich insbesondere drinnen sehr viel getan. Bild: H. Malguth

Sie können nun auf ein gutes halbes Jahr Erfolgsgeschichte zurückblicken und haben in dieser Zeit den Wandel von der Zweirad- zur vollwertigen Kfz-Werkstatt vollzogen. Gibt es schon ein Resümée?

 

Ich bin mit der Entwicklung außerordentlich zufrieden, zumal ich als gelernter Kfz-Mechatroniker auch hier weiterhin den kompletten Service – zumindest für die motorisierten Zweiräder – anbieten kann. Da profitiere ich von dem Pilotprojekt, das hier vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde: Es erlaubt bereits Jugendlichen ab 15 Jahren, den Führerschein für Zweiräder zu machen. Diese Regelung ist jüngst gerade verlängert worden. Ich führe hier den Servicestützpunkt für Simson Zweiräder, die sich schon zu DDR-Zeiten großer Beliebtheit erfreuten, und kann auch sämtliche Ersatzteile liefern. Das sichert mir eine hohe Kundenfrequenz – nicht zuletzt auch bei den jüngeren Kunden, die ja sicherlich irgendwann mal auf vier Räder umsteigen.

Wir haben auf dem Hof bereits einige sehr sportlich aussehende Exemplare gesehen…


Das sind Enduro-Maschinen, die für den Motorsport konzipiert worden sind. Ich fahre damit auch aktiv Rennen im Rahmen der Sachsen-Anhalt Enduro-Meisterschaften. Vom Fahrradgeschäft habe ich mich allerdings getrennt. Der Handel ist schwierig: Um zehn Exemplare zu verkaufen, muss ich mindest zwanzig zur Auswahl vorhalten. Das bindet Kapital und kostet Platz. Daher konzentrieren wir uns hier nun auf die motorisierten Varianten.

In seiner Freizeit teilt Lars Krzebek die Begeisterung seiner jüngeren Kunden für flotte Zweiräder. Mit diesen Maschinen ist er bei den Enduro-Meisterschaften Sachsen-Anhalt aktiv und bietet dafür auch den kompletten Werkstattservice an. Bild: H. Malguth
Mit aktuell drei Hebebühnen, modernster Tester-Technologie, Bremsenprüfstand, Lichteinstellplatz und diversen weiteren technischen Neuerungen stellt sich der Autoservice Heiligenthal den Herausforderungen des Marktes. Bild: H. Malguth

Welche Dienstleistungen bieten Sie außerdem an?


Neben dem Zweiradbereich natürlich alles komplett rund ums Auto inkl. Karosserie- und Lackarbeiten, wobei wir bei letzteren mit einem Lackierer kooperieren. Auch der Reifenservice läuft mittlerweile recht gut. Montags kümmern wir uns meistens ausschließlich um den Fuhrpark eines größeren Fleischbetriebes. Dort werden insgesamt sieben Verkaufsfahrzeuge betrieben, und montags sind diese dann nicht auf der Straße. Somit bekommen wir dann Gelegenheit, notwendige Wartungsarbeiten auszuführen.

An drei Tagen in der Woche führen wir TÜV-Prüfungen durch. Wir sind auch dabei, unseren eigenen Fuhrpark durch weitere Werkstattersatzwagen zu erweitern. Das gab es zuvor bei keiner Werkstatt in unserer Region und kommt bei den Kunden sehr positiv an.

Sie kommen gebürtig aus der Region?

 

Ich bin hier geboren. Daher kenne ich die Leute, und die Leute kennen mich. Das ist ein gewaltiger Standortvorteil.


Bilden Sie auch aus?


Nein, ich bin ja lediglich Servicetechniker und kein Meister, aber ich strebe es an, die Legitimation zur Ausbildung nachträglich zu erwerben. Zurzeit könnten wir ja noch ausbilden aufgrund der Anstellung der Vorbesitzers, der ja Kfz-Meister ist. Aber ich möchte die Ausbildungsberechtigung natürlich nicht verlieren, wenn er dann irgendwann mal ausscheidet.

 

Ein Blick in Ihre Werkstatt genügt, um zu realisieren, dass Sie für die technische Ausstattung schon ordentlich Kapital bewegt haben…

 

Ja, insbesondere für Tester sind schon einige Euro geflossen! Aber diese Entscheidung zu großen Investitionen trifft man in jungen Jahren. Später wird man maximal zielgerichtet erneuern.

Neben der Kfz-Werkstatt ist auch ein funktioneller Zweirad-Servicebereich entstanden. Bild: H. Malguth

Wie gestaltet sich die Wettbewerbssituation vor Ort?


Richtung Halle gibt es meilenweit kein Betrieb und in der anderen Richtung existiert noch eine weitere freie Werkstatt mit vier Fachkräften, die auch gut ausgelastet ist. Wir nehmen uns aber keine Kunden weg, sondern pflegen eine einvernehmliche Koexistenz.


Wer kümmert sich um den Kundenempfang, das Bestell- und Rechnungswesen?


Zurzeit noch ich in Personalunion, aber in Kürze wird mich meine Frau bei diesen Dingen entlasten, damit ich mich verstärkt um das Werkstattgeschäft kümmern kann.

 

Sind aus Ihrer Sicht nun sämtliche Investitionen getätigt?


Nicht ganz – wir bekommen noch eine weitere Bühne, wo auch der Bremsenprüfstand montiert werden wird. Dazu wird dann noch ein riesengroßes Loch in den Boden gefräst. Die Hebebühne haben wir schon da. Nur die Montage ist noch nicht erfolgt. Dann war’s das auch erstmal mit dem Geldausgeben!

Wir danken Ihnen für das nette Gespräch, Herr Krzebek, und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Beitrag: H.Malguth

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