AGR-Ventil, versehen mit Messspitze und Strommesszange.
AGR-Ventil, versehen mit Messspitze und Strommesszange. Bild:Georg Blenk/ Krafthand Medien

AGR-Ventil, versehen mit Messspitze und Strommesszange. Bild:Georg Blenk/ Krafthand Medien

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DAS AGR-VENTIL - AUF DEN AKTOR FERTIG LOS!

Allein 2,149 Millionen Teilkaskoschäden bei Pkw durch Glasbruch meldete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2017. Ein enormer Markt. Doch der Scheibentausch wird immer aufwändiger. Eine Alternative ist die Scheibenreparatur, vorausgesetzt sie ist zulässig. Was Sie beim Glasservice im Blick haben müssen, klären wir nachfolgend.

Die Reparatur eines Steinschlags ist nur dann zulässig, wenn sich die Schadensstelle nicht im Sichtfeld des Fahrzeuglenkers befindet. Der Schadensradius darf nicht größer als 5mm, die Folio zwischen den Scheiben nicht verletzt sein. Auch am Rand der Windschutzscheibe (100mm Abstand) dürfen keine Reparaturen vorgenommen werden. In rund 70 Prozent der Fälle, so Experten, ist der Schaden jedoch nicht mehr reparabel, die Windschutzscheibe muss ausgetauscht werden. Dies zieht einen erheblichen Mehraufwand nach sich.

AGR-Ventil, versehen mit Messspitze und Strommesszange.
AGR-Ventil, versehen mit Messspitze und Strommesszange.

Das AGR-Ventil beim Otto-Motor

Das Abgasrückführventil (Abgasrückführ-Magnetventil oder AGR-Ventil) stellt beim Ottomotor im Teillastbereich eine Verbindung zwischen dem Abgaskrümmer und dem Ansaugsystem her (äußere Abgasrückführung). Durch den im Saugrohr wirkenden Unterdruck werden über den Öffnungsquerschnitt des Abgasrückführventils Abgase in das Ansaugsystem den Frischgasen beigemischt. Hierdurch sinken beim Ottomotor mit Saugrohreinspritzung die Drosselungsverluste, der Kurbeltrieb wird weniger stark abge- bremst. Dies führt vordergründig zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch (Ziel), aber auch zu geringeren Schadstoffemissionen. 

Bei Ottomotoren mit verstellbaren Einlass- und Auslassnockenwellen kann die Funktion auch mittels Nockenwellenverstellung im Teillastbereich realisiert werden (innere Abgasrückführung), sodass auf ein Abgasrückführventil verzichtet werden kann.

Bei Motor-Managementsystemen und Ottomotoren lässt sich das Abgasrückführventil und die Ansteuerung über die Menüpunkte des Diagnosetesters ‚Stellglieddiagnose‘, ‚Grundeinstellung Abgasrückführventil‘ oder ‚Anpassung Abgasrückführventil‘ prüfen.

Verminderung des NOx –Anteils beim Diesel

Bei Dieselmotoren spielt die Abgasrückführung in Hinblick auf die NOx-Reduzierung eine größere Rolle. Bei Selbstzündern wird ebenfalls eine Verbindung zwischen dem Abgaskrümmer und dem Ansaugsystem hergestellt, allerdings bereits im Leerlauf. 

Im heterogenen Betriebsmodus wird der Dieselmotor mit Luftüberschuss betrieben. Dies führt dazu, dass die Motoren mehr Luft ansaugen als sie für die Verbrennung benötigen. Aufgrund des Luftüberschusses nehmen ein Großteil der angesaugten Luft und damit ein Großteil des Sauerstoffs nicht an der Verbrennung teil. Durch den Sauerstoffüberschuss steigt zudem die Verbrennungs-Höchsttemperatur.

Bei Temperaturen oberhalb von 300°C sowie unter hohen Drücken geht Sauerstoff eine Verbindung mit dem in der Umgebungsluft zu 78 Prozent enthaltenden Stickstoff ein. Es entsteht giftiges Stickoxid (NOX). Je mehr Abgase zurückgeführt werden, umso weniger Frischgase nehmen an der Verbrennung teil. Dadurch sinkt der Anteil an Sauerstoff, der an der Verbrennung teilnehmen kann, die Verbrennungs-Höchsttemperatur sinkt. Auch der Anteil an Sauerstoff nach der Verbrennung im Brennraum ist geringer. Damit wird die Bildung von Stickoxid (NOx) vermindert. Ab einer gewissen Motorlast steigt hingegen der Rußpartikelausstoß, die zurückgeführte Abgasmenge wird vom Motormanagementsystem begrenzt.

Stark verrußtes AGR-Ventil
Stark verrußtes AGR-Ventil

Ausfall von AGR-Ventilen

Hauptausfallursache bei Abgasrückführventilen ist die Verschmutzung beziehungsweise Verrußung. Das kann dazu führen, dass das Abgasrückführventil nicht mehr richtig schließt, nicht ausreichend öffnet oder kein ausreichender Abgasdurchfluss mehr erreicht wird. Die Folge ist ein Leistungsverlust, ein erhöhter Kraftstoffverbrauch sowie bei Ottomotoren ein unrunder Leerlauf sowie Zündaussetzer.

Buchtipp: Alles zum Thema Aktoren – sind Sie gut aufgestellt?

Aktoren setzen elektrische Signale in mechanische oder physikalische Reaktionen um. Beispiele sind Einspritzventile, Stellmotoren, Pumpen oder Heizelemente. Die gängigsten Aktoren in Zusammenhang mit dem Motormanagement und mithin die Fehlerdiagnose anhand von Signalbildern stellt nun ein neues Fachbuch vor. Die Voraussetzung zur Diagnose: Ein moderner Diagnosetester, inklusive Mehrkanal-Oszilloskop.

Die Anzahl an Aktoren rund um den Antriebsstrang und in dem Zusammenhang auch der Diagnoseaufwand, nimmt bei modernen Fahrzeugen immer weiter zu. Die Gründe dafür sind gestiegene Anforderungen an die Motorperformance, den Kraftstoffverbrauch, die Abgasemissionen sowie an diverse Abschalt- und Sicherheitsfunktionen. 

Im Fachbuch Motormanagement/Aktoren liefert der Autor Gerald Schneehage einen Überblick über sämtliche antriebsrelevante Aktoren in modernen Kraftfahrzeugen und schafft eine stimmige Ergänzung zu seinem Erfolgstitel Motormanagement/Sensoren. 

Die Kraftstoffeinspritzung mittels Einspritzventilen und Injektoren bespricht Schneehage ebenso wie Magnetventile in unterschiedlichen Funktionen und Ausprägungen. Elektromotoren, Nockenwellensteller, Thermostate, Heizelemente sowie Zündspulen sind ebenfalls Gegenstand seiner Ausführungen.

Fehlersuche, Signalbilder, Diagnosetester

Schneehage beschreibt jeweils die Technik und Funktionsweise der Aktoren und geht anhand von Schaltplänen und zahlreichen Signalbildern auf mögliche Diagnoseoptionen, Defekte und Ursachen ein. Dabei arbeitet er stets mit dem Oszilloskop um etwaigen Fehlern auf die Schliche zu kommen. Er liefert Tipps für den Werkstattalltag und ergänzt seine Beispiele mit wertvollen, praktischen Zusatzinfos.

Standardwerk

Mit dem Buch ist es dem Autor gelungen, ein Standardwerk für Kfz-Profis vorzulegen. Auf 128 Seiten und mit 175 Bildern und Grafiken illustriert, erfährt der Leser alles über Injektoren, Stellmotoren, Pumpen oder Heizsysteme. ‚Motormanagement/Aktoren‘ ist bei Krafthand Medien erschienen und für 39,95 Euro im Krafthand-Shop (www.krafthand-shop.de) erhältlich. 

Im Übrigen: Zum Thema Mehrmarkendiagnose und Diagnosetester mit (Mehrkanal-) Oszilloskop, berät Sie gerne unser Außendienst. Oder Sie werfen einen Blick in unseren monochrom-Katalog? So kommen auch Sie in Sachen Aktoren dem Fehler rasch auf die Schliche!

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