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Das digitale Serviceheft in der Werkstattpraxis

Annähernd alle Fahrzeughersteller setzen mittlerweile auf die digitale Erfassung der Servicearbeiten. Die Zeiten des klassischen gedruckten Servicehefts inklusive Werkstattstempel sind vorbei. Dies bedeutet eine Umstellung für Ihre Werkstattkunden, aber auch für die Kfz-Betriebe.

In vielen Kfz-Werkstätten gehört der Umgang mit dem digitalen Serviceheft und der Dokumentation von Wartungsumfängen bereits zum Alltag, andere Betriebe sind eher zurückhaltend. Das gilt vor allem bei Fahrzeugmarken, die weniger im Fokus stehen. Das tatsächliche Aufkommen von Pkw mit einem digitalen Serviceheft wird gerne unterschätzt.

 

MARKUS GRÜNEWALD
Trainer und Experte in Sachen Digitales Serviceheft

Hersteller wie Mercedes- Benz, Mazda oder BMW nutzen das Online-Dokument schon seit gut zehn Jahren. Skoda hat das digitale Serviceheft 2013 eingeführt, Marken wie Audi oder VW haben im Juni 2016 nachgezogen. Das Thema nimmt also immer mehr an Fahrt auf. Im Werkstattalltag stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um auf das digitale Serviceheft zuzugreifen.

 

Gemäß EU-Verordnung 566/2011 sind die Fahrzeughersteller verpflichtet den Zugang zu den digitalen Servicenachweisen auch dem freien Markt zu ermöglichen – und dies kostenfrei. Die technischen Voraussetzungen gestalten sich je nach Hersteller unterschiedlich. Während der VW-Konzern, Mazda oder Ford auf einen einfachen Browser-basierten Zugang setzen, benötigt der Kfz-Profi für Fahrzeuge von Mercedes-Benz oder BMW mit der Java Virtual Maschine (JVM) ein kleines Erweiterungsprogramm. Diese Zusatzprogramme werden in der Regel im jeweiligen Browser unter den Begriff Add-On verwaltet.

 

Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, muss man sich auf den Herstellerportalen registrieren. Besonders unkompliziert ist der Vorgang bei den Portalseiten ‚ERWIN‘ des VAG-Konzerns. Mit der einmaligen Registrierung, ist der Zugang für alle anderen Konzernmarken gültig. Die entsprechende Formularseite ist einfach gehalten und bedarf keiner weiteren Verifizierung der Daten.

 

Tipp: Wählen Sie auf jeden Fall die Kundenart ‚Firma‘ aus, ansonsten können die Digitalen-Servicepläne nicht genutzt werden.

Bei den Bayerischen Motorenwerken nennt sich das Portal Aftersales-Online-System (AOS) und gilt für BMW, BMW Motorrad, MINI und Rolls-Royce-Fahrzeuge. Die Formularseite zur Registrierung ist ebenfalls einfach gestaltet, allerdings muss ein Nachweis zur Nutzungsberechtigung mit versendet werden. Im Regelfall reicht die Handwerkskarte aus, sie kann als Dateianhang beigefügt werden. (BMW überträgt im Übrigen die Wartungsdaten direkt in das Fahrzeug beziehungsweise speichert sie im Fahrzeugschlüssel). Was Ford und Mazda angeht, erfolgt im ersten Schritt die Registrierung auf der Portalseite. Mit dem erhaltenen Benutzernamen erfolgt der zweite Schritt des Vorgangs, die Nutzungsberechtigung muss mit dem Gewerbeschein und Personalausweis nachgewiesen werden. Dazu muss eine kurze Email verfasst werden, inklusive Benutzernamen und den entsprechenden Dokumenten im Anhang. Für die Marke Mercedes-Benz ist die Registrierung etwas in der Menü-Struktur versteckt. Nach Aufruf der Startseite, wählt man den Reiter ‚Service- und Teileinformationen‘ aus und in der linken Seitenübersicht den Reiter ‚Digital Service Booklet‘ (DSB). Jetzt gelangt man zur Registrierung.

Die Formularseiten des Digitalen Servicehefts orientieren sich meist am liebgewonnenen Format der gedruckten Servicehefte. Einige Fahrzeughersteller bieten auf ihren Plattformen noch nützliche Zusatzfunktionen für Werkstattbetriebe an. Im Übrigen: Honda und Land Rover stellen keine direkte Möglichkeit für freie Kfz-Betriebe zur Verfügung, um einen Digitalen Servicenachweis zu erstellen. Sie nehmen den Eintrag selbst vor, wenn eine formlose Email an die entsprechende Email-Adresse gesendet wird. Die Kundenrechnung und der Wartungsnachweis müssen beigefügt werden. Der Eintrag wird im Nachgang bestätigt und dient als Nachweis für Ihre Werkstattkunden. Im Ergebnis klingt dies alles erstmal nach Mehraufwand. Ist man jedoch bei den gängigen Werkstattportalen angemeldet spielt sich das Ausfüllen des Digitalen Servicehefts schnell ein und schützt vor etwaigen Gewährleistungsproblemen. Die Nachweise sind deutlich genauer, eine Manipulation schwer möglich. Bei Mercedes-Benz und dem VW-Konzern werden mit der Eingabe der Wartungsdaten auch mögliche Zusatzarbeiten angezeigt. Das schafft zusätzlich Transparenz gegenüber Ihren Werkstattkunden.

Ausdruck der Service-Historie bei BMW. Es darf also noch gestempelt werden! Bild: Markus Grünewald

Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien

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