DAT-Report 2020: Die DAT informiert seit 46 Jahren über automobile Trends in Deutschland. Bild: Krafthand Medien GmbH

DAT-Report 2020: Die DAT informiert seit 46 Jahren über automobile Trends in Deutschland. Bild: Krafthand Medien GmbH

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Erkenntnisreich - der DAT-Report 2020

Der DAT-Report liefert einmal jährlich wertvolle Informationen. Er gilt als Stimmungsbarometer für die gesamte Kfz-Branche. Neben Kennzahlen zum Autokauf werden Daten zum Werkstattverhalten abgefragt. Wir liefern einige Auszüge.

Für den aktuellen DAT-Report 2020 befragte das Marktforschungsinstitut GfK insgesamt 4.032 Privatpersonen. Eines vorab: Deutschland ist und bleibt Autoland! So bestätigten über 90 Prozent, dass sie Spaß am Autofahren haben und sich in ihrer Mobilität ohne Automobil eingeschränkt fühlen. Ganze 92 Prozent sind laut DAT-Report der Meinung ihr Fahrzeug müsse immer in einem einwandfreien technischen Zustand sein. 78 Prozent bestätigten, sie schieben anstehende Reparaturen oder Wartungsarbeiten nicht auf. Bei der Pflege gaben 40 Prozent an, sie würden kleinere Roststellen und Kratzer sofort beseitigen lassen.

Der technische Zustand und der Werterhalt des Automobils haben nach wie vor Priorität. Grafik: DAT

Die Liebe zum Automobil ist nicht zu Ende gegangen. Aber wir müssen in Zukunft mehr über den Endkunden nachdenken. Eine gute Basis dafür, liefert der DAT-Report. Denn, wenn der Kunde nicht mehr zahlt, wird sich das große Rad nicht mehr drehen.

 

Prof. Dr. Willi Diez
Gründungsdirektor des Instituts für Automobilwirtschaft

Der Informationsbedarf bei Werkstattkund(inn)en ist in Großstädten größer. Grafik: DAT

Interessant ist der Umstand, dass der Kommunikationsbedarf, zumindest bei Inspektionsarbeiten, laut DAT-Report 2020 leicht zurückgegangen ist. So präferieren vor einer anstehenden großen Inspektion die Werkstattkund(inn)en nur 57 Prozent (im Jahr 2018 waren es laut DAT noch 60 Prozent) eine ausführliche Dialogannahme. 41 Prozent (2018 waren es 38 Prozent) möchten nur schnell den Schlüssel abgeben und die Kommunikation auf maximal ein kurzes Gespräch inklusive Unterschrift unter den Werkstattauftrag beschränken. Dies spricht tendenziell auch für eine Auftragsannahme über die jeweilige Internetseite des Betriebs oder über entsprechende Online-Portale.

Informationsverhalten im Internet: 15 Prozent der Pkw-Halter(innen) suchen im Internet nach Informationen zu Kfz-Werkstätten. Grafik: DAT

Etwas anders verhält es sich bei anstehenden Reparaturen. 74 Prozent der Pkw-Halter(innen) ließen sich einen Kostenvoranschlag machen, 2018 waren es noch 71 Prozent. 51 Prozent legen dabei Wert auf Originalersatzteile. Dabei spielen bei der eigentlichen Auswahl der Werkstatt Bewertungen eine immer größere Rolle. 36 Prozent halten eine positive Internetbewertung für wichtig (2018 waren es noch 31 Prozent). Jedoch haben vor einem anstehenden Werkstattbesuch überhaupt nur 15 Prozent im Internet nach Informationen gesucht (der Wert blieb zu 2018 gleich).

54 Prozent der Vollkaskoversicherten können ihre Werkstatt frei wählen. Grafik: DAT

Ebenfalls interessant ist der Umstand, dass im Schadensfall nur noch 54 Prozent der Pkw-Halter (2018 waren es 56 Prozent) ihre Werkstatt frei wählen können. 35 Prozent (2018: 34 Prozent) der Pkw-Halter mit einer Vollkaskoversicherung (67 Prozent sind laut DAT-Report Vollkasko versichert) unterliegen der so genannten Schadenssteuerung, das heißt die Versicherung bestimmt, in welchem ihrer Partnerbetriebe der Schaden repariert wird. 11 Prozent wussten es laut DAT-Report zum Zeitpunkt der Befragung nicht.

34 Prozent der Neuwagenkäufer haben 2019 einen Kauf eines Fahrzeugs mit alternativem Antrieb in Erwägung gezogen. Der detaillierte Wissensstand zu reinen E-Fahrzeugen ist jedoch mit 12 Prozent noch eher gering. Grafik: DAT-Report

Ein spezielles Kapitel des DAT-Report 2020 ist den alternativen Antrieben gewidmet. Dabei wird neben den tatsächlichen Verkaufszahlen auch die Sicht der Endverbraucher zu E-Autos und Hybridfahrzeugen analysiert. Eine zentrale Erkenntnis: Das Wissen über alternative Antriebe ist insgesamt noch sehr überschaubar. Beispielsweise sind Neuwagenkäufer über das reine E-Auto am besten informiert. 12 Prozent gaben laut DAT-Report an, sich schon intensiv damit beschäftigt zu haben. Bei Gebrauchtwagenkäufern liegt der Wert bei sechs Prozent.  Am hinteren Ende der Skala rangiert  der Wasserstoffantrieb. Erst fünf Prozent der Neuwagen- und drei Prozent der Gebrauchtwagenkäufer haben sich intensiv damit auseinandergesetzt. 34 Prozent der Neuwagenkäufer haben bereits ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb zumindest in Erwägung gezogen, 21 Prozent waren es laut DAT-Report bei Gebrauchtwagenkäufern.

Fazit

Grundsätzlich liefert der aktuelle DAT-Report 2020 ein sehr positives Stimmungsbild. Den Deutschen ist ihr Auto etwas wert! Stolze 89 Prozent der Automobilbesitzer(innen) standen 2019 mindestens einmal in Kontakt mit Ihrer Werkstatt. Die durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreise zogen von 11.780 Euro in 2018 auf 12.470 Euro in 2019 weiter an. Informationsbedarf herrscht auf jeden Fall beim Thema alternative Antriebe, das Interesse von Kundenseite steigt.

 

Wer mehr wissen möchte: Der aktuelle DAT-Report 2020, der 84 Seiten umfasst und 131 Grafiken enthält, ist über den Webshop des Zentralverbandes des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) bestellbar. Er ist kostenpflichtig, Innungsmitglieder erhalten einen Vorzugspreis.

 

Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien

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