Wo geht die Reise hin? Eine Studie des Online-Handelsportals Mobile.de beleuchtet die Erfolgsfaktoren des Fahrzeughandels. Bild: Simon Ledermann

Wo geht die Reise hin? Eine Studie des Online-Handelsportals Mobile.de beleuchtet die Erfolgsfaktoren des Fahrzeughandels. Bild: Simon Ledermann

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Fahrzeughandel – Perspektiven 2030

Ein breites Fahrzeugsortiment, nachhaltiges Handeln, wirtschaftliche Zusammenarbeit, eine starke Kundenzentrierung sowie lokales Agieren – das sind die Erfolgsfaktoren, die Autohändler in Deutschland für die Zukunft als richtungs­weisend erachten. Dies besagt eine mo:re-Studie der Online-Handelsplattform Mobile.de, die zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Statista erstellt wurde. Die Erkenntnisse beruhen auf einer Befragung von 757 Fahrzeughändlern in Deutschland, die im Frühjahr 2022 durchgeführt wurde.

Fokus Kunde / Digialisierung

Der Studie zufolge bewertet mit 36 Prozent mehr als jeder Dritte Autohändler den Kundenfokus als den entscheidenden Faktor für den eigenen Geschäftserfolg. Dabei sind die Kundenbedürfnisse den Fahrzeug-Händlerinnen und Händlern wichtiger als das Image, die Gewinnspanne und die Preisstrategie. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist dabei die Kundenbetreuung auf digitalem Wege. So wird die Informationsbereitstellung (70 Prozent), die Kommunikation und Beratung (64 Prozent) oder die Fahrzeugkonfiguration (49 Prozent), den Befragten als wichtig erachtet. Im Ergebnis zeigt die Studie: Wer im Fahrzeughandel digital unterwegs ist, ist auch zuversichtlicher. So hat die Digitalisierung (21 Prozent) großen Einfluss auf den Optimismus der Händlerinnen und Händler. 28 Prozent derer, die im nächsten Jahr ein besseres Geschäft erwarten, geben die zunehmende Digitalisierung im Betrieb als Grund an.

Digitale Services, die vom Fahrzeughandel bereits angeboten werden. Grafik: Mobile.de
Nachhaltigkeit

Zudem ist eine nachhaltige Ausrichtung des Geschäftsmodells für 87 Prozent, also für die überwiegende Mehrheit der Fahrzeughändler, ein zentraler Erfolgsfaktor. Dabei spielen laut Mobile.de das Unternehmensimage im Sinne einer ökologisch stimmigen Ausrichtung sowie das Portfolio an angebotenen Fahrzeugen eine Rolle. Letzteres bezieht sich auf die technische, umweltschutzorientierte Fahrzeugausstattung. Genannt werden alternative Antriebe oder Einzelkomponenten wie beispielsweise ein LED-Licht. 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass perspektivisch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben anteilig im Portfolio weiter steigen müsste um auch noch 2030 erfolgreich zu sein. Fast zwei Drittel der Händler (58 Prozent) erachten Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen als zukunftsweisend. Bei einer großen Mehrheit der Händler (87 Prozent) wirkt sich zudem der Klimaschutz schon heute auf das tägliche Geschäft aus und ist durch ein wachsendes Angebot an alternativen Antriebsformen (62 Prozent) oder nachhaltigkeitsorientierter Ausstattung (53 Prozent) fest im Han­del etabliert.

Fahrzeughandel: Nachhaltige Angebote in Planung oder bereits in Umsetzung. Grafik: Mobile.de
Gestiegene Ansprüche

Die Ansprüche der Autokäufer haben sich in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich ver­ändert, nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Pandemie. Das spüren auch die Fahrzeughändler: Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) würde hohe Summen in Anpas­sungen des Sortiments investieren, um den gewandelten Kundenanforderungen besser gerecht werden zu können. Denn wer die eigene Klientel im Fokus behält, schnitt zuletzt besser ab: 36 Prozent der befragten Händler führen ihren wirtschaft­lichen Erfolg auf zielgenaue Kundenorientierung zurück, ein weiteres Viertel (23 Prozent) auf ein ausgewogenes Sortiment einschließlich digitaler Angebote (21 Prozent).

Zusammenarbeit und lokales Handeln

Auch eine interessante Erkenntnis der Studie:  Wer in Zukunft im Autohandel erfolgreich sein möchte, setzt auf Kooperationen. Viele Händlerinnen und Händler haben das bereits erkannt und arbeiten verstärkt an ihrem Netzwerk. Wer jetzt schon auf Vernetzung setzte, dem gäbe der Erfolg recht, so Mobile.de. Händlerinnen und Händler, die Mitglied eines Verbunds sind, hatten im letzten Jahr mehr Wachstum zu verzeichnen und schauten laut Studie mit mehr Zuversicht auf die kommenden Geschäftsjahre.

Auch die Regionalität spielt eine Rolle. Während laut Studie für Betriebe in Großstädten ‚Shared Mobility‘ ein großes Thema ist, sind Betriebe in ländlicheren Orten stärker was die digitale Kundenbetreuung angeht. Zusätzlich sei der Zusammenhalt im Betrieb und das Vertrauen in die Belegschaft größer. Laut Mobile.de gibt es jedoch kein einheitliches Erfolgsrezept. Jede Region hat ihre eigenen Herausforderungen und Bedürfnisse. Für die Händlerinnen und Händler hieße das: Lokal denken geht vor.

Kleinstädte und ländliche Regionen, haben bei der digitalen Kundenbetreuung die Nase vorn. Grafik: Mobile.de
Zukunftserwartungen

Der Krieg in Europa und die Corona-Pandemie beeinflussten die Erwartungen für das Geschäft im Frühling 2022 stark, so eine Grundtendenz die ebenfalls aus der Studie hervorgeht. Demnach glauben im Durchschnitt die Teilnehmenden der Studie nicht, dass sich die Geschäftserwartungen kurzfristig verändern werden. Und auch dem Jahr 2030 sehen viele eher verhalten entgegen. Doch es gibt auch Optimismus: Besonders junge und größere Betriebe sowie Betriebe in Ballungsräumen halten die Zukunft für vielversprechend. Gründe für die positive Einschätzung der Geschäftsentwicklung im Fahrzeughandel sind beispielsweise laut Studie die Entwicklung der Corona-Pandemie, die Erholung der Automobilbranche sowie eine zunehmend bessere Auftragslage. Was die allgemeine Verteuerung des Lebensunterhalts aufgrund der Inflation und der hohen Energiepreise und etwaige Implikationen auf das Kaufverhalten bezüglich Kfz angeht, liefert die Befragung vom Frühjahr keine Erkenntnisse. Die Entwicklung dürfte sich aber zumindest mittelfristig negativ auswirken.

Gründe für eine positive Geschäftserwartung im Fahrzeughandel. Grafik: Mobile.de

Die Perspektiven jedoch, betrachtet man die technischen Entwicklungen und die zunehmende Digitalisierung was den Verkaufsprozess angeht, sind jedoch vielversprechend. Letztendlich wird die Produkt- und Vertriebspolitik der Hersteller, die Rahmenbedingungen was Förderungen und Infrastruktur angeht, ausschlaggebend sein. Auf jeden Fall bleiben Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2030 und darüber hinaus eine zentrale Säule des Fahrzeughandels, wenngleich hochspannende Zeiten auf uns zukommen!

Beitrag: Georg Blenk, Krafthand-Medien

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