Turntable: Bei der Auswahl einer Reifenmontier-Maschine kommt es auf die Auslastung und den Einsatzzweck an. Georg Blenk, Krafthand Medien

Turntable: Bei der Auswahl einer Reifenmontier-Maschine kommt es auf die Auslastung und den Einsatzzweck an. Georg Blenk, Krafthand Medien

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Gut drauf: Moderne Reifenmontier-Maschinen

Die Auswahl ist groß – von Halb-bis Vollautomat, von einfach bis komplex, bis hin zur Eignung für UHP- und Runflat-Reifen. Was macht eine gute Maschine aus?

Die Reifenmontage und Demontage gehört zum Tagesgeschäft eines jeden Kfz-Betriebs. Speziell in der Wechselsaison laufen die Maschinen auf Dauerbetrieb. Umso mehr bereiten in die Jahre gekommene, teils mechanisch-verschlissene Maschinen Probleme. Das kostet Zeit, im ungünstigsten Fall beschädigt man teure Alufelgen oder die Pneus selbst. Eine Neuanschaffung steht im Raum, doch die Auswahl ist groß.

 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen halb- und vollautomatischen Maschinen. Bei den halbautomatischen Maschinen steuert und arbeitet der Monteur den Montagevorgang unter Zuhilfenahme des Zubehörs ab – er arbeitet quasi noch manuell selber mit. Das heißt: Nicht die Maschine steuert die Abläufe, sondern der Monteur, er kann sie direkt beeinflussen. Halbautomatische Maschinen eignen sich als ‚Allrounder‘, da man rasch auf verschiedene, gängige Reifen-/Felgengrößen reagieren kann. Sie sind meist als sogenannte Tellermaschinen ausgeführt. Dabei werden die Felgen mittels Spannklauen fixiert und automatisch zentriert.

Vollautomatische Maschinen sind in der Anschaffung teurer, spielen aber ihre Vorteile aus, wenn man (kleine) Serienmontagen durchführt. Ist die Maschine einmal auf die Rad-/Reifenkombination eingestellt, führt sie die Montage im Automatik-Modus durch. Die Anforderungen an den Monteur sind bei automatischen Maschinen grundsätzlich anders. Er arbeitet nicht mehr unmittelbar an Rad und Reifen, sondern überwacht den Montage- und Demontageprozess. Er muss jedoch rechtzeitig eingreifen, wenn etwas nicht korrekt funktioniert. Zudem sollte er täglich an der Maschine arbeiten um die Vorgänge nicht zu verlernen. Der Vorteil von automatischen Maschinen ist eine schnelle und sichere Montage, je nach Programm, welches der Monteur ausgewählt hat.

Weniger Stress für Reifen und Monteur: Montagekopf aus Kunststoff und Schnellspanneinheit einer Rollenmaschine. Georg Blenk, Krafthand Medien

UHP-/Runflat-Reifen

Montieren Sie verstärkt sportliche UHP- oder Runflat-Reifen bietet sich eine Rollen-Montagemaschine an. Im Gegensatz zur Tellermaschine wird die Felge anstatt mit Spannklauen mittels einer zentralen, konischen Spannvorrichtung zentriert. Der Vorteil: Bei UHP- und Runflat-Reifen kann es im Gegensatz zu Tellermaschinen, nicht zum Einklemmen der Seitenwand im Bereich der Felgenschutzleiste kommen. Eine Rollenmaschine ist zudem für den Monteur wesentlich komfortabler zu handhaben, da der körperliche Einsatz geringer und ermüdungsfreier ist. Wenn ein hoher Durchsatz an Montagen anfällt rechnet sich die Mehrkosten für eine Rollenmaschine in jedem Fall.

 

Darüber hinaus muss bei der Montage von UHP-/Runflat-Reifen grundsätzlich eine WDK-zertifizierte Maschine zum Einsatz kommen. Dies ist nicht nur aus haftungsrechtlichen Gründen der Fall, sondern weil die Montage entsprechende Zusatzkenntnisse und Vorrichtungen an der Maschine vorrausetzt. Wenn Sie überwiegend Standardreifen montieren und keine große Stückzahl an UHP-Reifen, ist eine Tellermaschine mit geeigneten Basis-Features wie Abdrücker, Niederhalter und Montagekopf ausreichend. Im Übrigen: Eine Tellermaschine ohne Niederdrücker und Niederhalter entspricht heute längst nicht mehr dem Stand der Technik.

Zubehör

Sämtliche Zubehörteile die mit einer Reifenmontier-Maschine mitgeliefert werden (inklusive WDK-Kits) unterstützen eine prozesssichere Montage. Jedoch muss nicht jede Komponente bei jeder Reifenmontage eingesetzt werden. Es gibt Zubehörteile wie (zusätzliche) Wulstniederhalter-Ketten, die nur bei Runflat-Reifen oder Pneus mit Dimensionen von 22" oder 24" verwendet werden. Auch muss nicht jeder Anbau-Niederhalter zum Einsatz kommen, beispielsweise, wenn der Pneu über relativ weiche Seitenwände verfügt. Im Detail und zur empfohlenen Vorgehensweise, liefert die Betriebsanleitung des Maschinenherstellers entsprechende Informationen. Sie ist wesentlicher Bestand des Produkts. Zusätzlich ist die UHP-/Runflat-Reifen-Montageanleitung des WDK zu empfehlen, die unter www.wdk.de zu finden ist. Was das eigentliche WDK-Zertifikat angeht, so ist der jeweilige Ausstattungsstandard der Reifenmontier-Maschine in Zusammenarbeit mit dem Hersteller festgelegt, getestet und bestimmt worden. Zum Gesamtpaket gehören entsprechende Einrichtungen, die eine spannungsfreie Montage der Reifen ermöglichen.

Die richtige Maschine

Machen Sie sich also Gedanken wie der Haupteinsatzbereich Ihrer Reifenmontier-Maschine aussehen soll und wie hoch der tägliche Durchsatz ist, schließlich muss sich eine Investition auch kurzfristig lohnen. „Bei der Neuanschaffung sollten Kfz-Profis darauf achten, dass die Maschine dem Anforderungsprofil entspricht“, so Michael Immler, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Vulkaniseur und Reifenmechaniker Handwerk der HWK Schwaben. Im Katalog ‚Rund ums Rad‘ finden Sie zahlreiche Produkte – unsere Mitarbeiter beraten Sie gerne bei der richtigen Auswahl! Und wenn es in der Wechselsaison wieder mal ‚heiß her geht‘: Für eine schadensfreie Montage ist die Reifentemperatur von mindestens 20°C oder höher ausschlaggebend. Holen Sie sich also die Pneus im Frühjahr rechtzeitig in die Werkstatt, dann läuft die Montage mit Ihrer neuen Maschine auf jeden Fall geschmeidig ab! Und denken Sie immer daran: Wer gut schmiert, der gut montiert!

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Beitrag: Georg Blenk

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