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Hohle Versprechungen: Jetzt geht es Fake-Kats an den Kragen!

Immer wieder tauchen gefälschte Katalysatoren auf dem Markt auf, speziell im Internet. Nach einem Urteil des Hamburger Landgerichts sieht der Industrie- und Handelskreis ‚Qualitätsstandard Blauer Engel Kat‘ (IHK-BE) jetzt konkrete Chancen Betrugs-Kats aus dem Markt zu verdrängen.

 

Ich bin doch nicht doof, dachte sich so manch ein Autobesitzer. Anstatt einen teuren (Austausch-) Katalysator einbauen zu lassen, bediene ich mich doch einer billigen Attrappe und schalte die Abgasreinigung einfach ab. Sogenannte Fake-Kats (ebenso wie gefälschte grüne Umweltplaketten) sind nach wie vor im Internet erhältlich. Im Grunde gab es bisher keine Handhabe, den Handel mit diesen gefälschten Kats zumindest einzubinden.

 

„Die Luft für den Handel und Einbau von betrügerischen Katalysatoren wird immer dünner“

Jetzt hat kürzlich das Landgericht Hamburg (Aktenzeichen (Az LG Hamburg: 315 O421/18) entschieden, dass Händler, die Fake-Katalysatoren zur Abschaltung der Abgasreinigung von Fahrzeugen anbieten, explizit darauf hinweisen müssen, dass die Produkte im Straßenverkehr verboten sind und der Einbau zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt. „Die Luft für den Handel und Einbau von betrügerischen Katalysatoren wird immer dünner“, so Philipp Schulte, Sprecher des IHK-BE zur Hamburger Entscheidung. In diesem Zusammenhang erneuerte er aber noch einmal die Forderung nach einer Abgasuntersuchung ­unter Last. Nur damit sei es möglich, defekte oder minderwertige Katalysatoren zu entdecken und Bauteile zur Min­derung der Stickoxidemissionen wirkungsvoll zu überprüfen. Dies sei bei der heutigen Abgasuntersuchung nicht der Fall.

 

Doch selbst wenn mit dem derzeitigen AU-Prozedere nicht zwingend Fake-Kats und auch solche mit minderwertiger Qualität und unzureichender Funktion erkannt werden, geht der Industrie-und Handelskreis ‚Qualitätsstandard Blauer Engel Kat‘, von einer zukünftig besseren Marktüberwachung aus. Die Behörden der Länder und des Bundes müssten jedoch ihre Überwachungs- und Kontrollaktivitäten hinsichtlich Fake-Kats nochmal deutlich ausbauen. Ferner weißt der IHK-BU darauf hin, dass man diesbezüglich Stichproben organisieren werde und der Themenkomplex Fake-Kats und eine vermeidbare Umweltbelastung Gegenstand der Herbst-Offensive des IHK-BE zusammen mit Parlamentariern und Überwachungsorganisationen sein wird. Dem Industrie-und Handelskreis ‚Qualitätsstandard Blauer Engel Kat‘ gehören führende Katalysator-Hersteller (Bluekat, Bosal, Ebis, HJS, LRT) sowie die WM SE und andere renommierte Teilgroßhändler an. Der Kreis setzt sich aktuell für eine ‚Abgasuntersuchung (AU) unter Last‘ ein. Gemeinsam möchte man auch erreichen, dass nur Katalysatoren in Verkehr gebracht werden, die auch wie vorgesehen funktionieren. Um dies sicherzustellen, werden die Kats bestimmten Tests unterzogen und mit dem Blauen Engel gekennzeichnet.

Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien | Bild: BASF

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