Der autoPRO Markenpartner H & L Meer OHG aus Georgsmarienhütte. Bild: H. Malguth

Der autoPRO Markenpartner H & L Meer OHG aus Georgsmarienhütte. Bild: H. Malguth

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Konzeptpartner autoPRO Meer OHG in Georgsmarienhütte

Ü100-Meisterwerkstatt in 4.Generation

Senior- und Juniorchef haben sich trotz unterschiedlicher Geschäftsfelder die E-Mobilität auf ganz ureigene Weise erschlossen. Wir stellen Ihnen den autoPRO Markenpartner näher vor.

Wer im Internet das Unternehmen Meer in Georgsmarienhütte (vor den Toren Osnabrücks) googelt, bekommt verschiedene Optionen angeboten: Zum einen die Autowerkstatt Meer und zum anderen die Firma 2Rad Meer, das Fahrrad- und E-Bike-Fachgeschäft gleich nebenan. Als Inhaber fungieren Vater und Sohn gleichermaßen, wobei Herbert Meer in 3. Generation die von seinem Großvater gegründete Kfz-Meisterwerkstatt führt, während sich Sohn Lars dem Handel mit Fahrrädern und E-Bikes verschrieben hat. Bei den Zweirädern gehört die E-Mobilität mittlerweile zum Tagesgeschäft, während man sich in der Autowerkstatt ausschließlich auf konventionell angetriebene Fahrzeuge auf vier Rädern konzentriert.

Insgesamt verteilen sich fünf Bühnenarbeitsplätze in der recht geräumig ausgelegten Werkstatthalle, die zudem reichlich Tageslicht ins Innere gelangen lässt. Wie uns Herbert Meer mit gewissem Stolz erzählt, beschäftigt er nicht nur zwei weitere Kfz-Meister, sondern verweist darauf, dass nahezu die gesamte Belegschaft auch in seinem Unternehmen ausgebildet worden ist, um dem Betrieb anschließend in langjähriger Festanstellung treu zu bleiben. In der von Lars Meer geführten Fahrradwerkstatt kümmern sich neben dem Juniorchef zwei Mechaniker um die Instandsetzung und den Service rund ums Zweirad. Hier weiß Lars Meer zu berichten, dass derzeit E-Bikes und entsprechende Fahrradträger fürs Auto die absoluten Verkaufsschlager sind. So demonstriert er anhand eines Trägers dessen Besonderheit, die sich nicht nur im Verkaufspreis niederschlägt (849 Euro), sondern in der besonderen Ausstattung.

Ein Generationsbetrieb - Herbert und Lars Meer. Bild: H. Malguth

Wozu dienen die Kunststoffummantelungen dieses Trägers?

 

Zum einen sollen sie die auf dem Auto montierten Fahrräder vom Lack des Fahrzeugs fernhalten, zum anderen umschließen diese Elemente die feuchtigkeitsempfindlichen Aggregate der E-Bikes. Die meisten Kunden nutzen herkömmliche Träger für den Transport ihrer E-Bikes, ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass deren Motor und Elektrik eigentlich nicht nass werden sollte. Für diesen Träger braucht man keinen separaten Motorschutz mehr. Den Unterschied zu konventionellen Trägern kennt kaum jemand.

Somit nutzen Sie hier also die Symbiose zwischen Fahrrad- und Autowerkstatt, um Ihren Kunden diese Unterschiede und Vorzüge gleich passend am Fahrzeug zu demonstrieren?

 

Genau. Oft lassen die Kunden vor einer Urlaubsreise ihr Auto hier checken und den Fahrradträger gleich mit montieren, damit sie am Tage der Abreise nur noch die Fahrräder oder E-Bikes darauf befestigen müssen.

 

Welche Ausbildung haben Sie absolviert?

 

Ich bin gelernter Zweiradmechaniker und habe mich in diesem Bereich dann irgendwann selbstständig gemacht.

 

Kommen alle Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit?


Nur bei gutem Wetter!


Verleihen Sie auch Fahrradträger?


Ja, wir führen auch Leihmodelle.

Nach einem kurzen Werkstattrundgang führt uns Seniorchef Herbert Meer in »sein Allerheiligstes«, ein kleines Büro mit etwas Distanz zum Empfangs- und Kundenbereich. Von hier aus erledigt er einen Großteil seiner Tagesaufgaben, während die Werkstattabläufe von seinem Werkstattleiter Norbert Dreckkötter koordiniert werden. Der Firmeninhaber kümmert sich zusammen mit Automobilkaufmann
Stefan Brüßel überwiegend um den Handel mit Neu- und Gebrauchtwagen.

 

»Langjährige Kunden beauftragen mich schon mal damit, den von ihnen gewünschten Neuwagen oder einen guten Gebrauchten zu beschaffen oder anzukaufen,« erläutert er. »Dann checken wir das Fahrzeug auf Herz und Nieren, und der Kunde lässt den Service auch weiterhin in unserer Werkstatt ausführen. Das fördert die Kundenbindung.«

Seniorchef Meer: Lächeln ist Programm. Bild: H. Malguth
Historische Luftaufnahmen des Betriebs. Bild: H. Malguth

Uns fällt – an der Wand hängend – eine kleine Serie historischer Aufnahmen auf. Dazu erläutert Herbert Meer, dass das Unternehmen 1913 von seinem Großvater gegründet worden ist, sein Onkel den Betrieb dann später übernahm und sein Vater währenddessen als Werkstattmeister tätig war, bevor er selbst dann in dritter Generation die Geschicke fortführte.

Aus damaliger Zeit weiß der Inhaber davon zu berichten, dass das Unternehmen viele Jahre als NSU Vertretung aktiv war, später dann eine ähnliche Funktion für VW/Audi übernahm. (Anm.d.Red.:NSU war damals keine politische Vereinigung, sondern ein schwäbisches Zweirad-, Auto- und Motorenwerk, aus dem ein Jahrhundert später die Audi AG hervorging. Bekanntester Vertreter seiner Zeit war der legendäre RO 80, ein sportliches Coupé mit Wankelmotor).

 

Ihr Sohn Lars erzählte uns, dass er Zweiräder den Autos vorzieht…


Das stimmt. Unser zweiter Sohn hat eine kaufmännische Kfz-Ausbildung absolviert.


Wo liegen jetzt die Schwerpunkte Ihres Unternehmens?


Überwiegend im Service. Karosserie- und Instandsetzungsarbeiten übernehmen wir auch, aber diese Aufgaben sind rückläufig, weil die Versicherungen heutzutage mit einschlägig versierten Karosseriewerkstätten zusammenarbeiten und – gegen Entgelt – von den Gesellschaften auch die Kunden zugeführt bekommen. An diesem System beteiligen wir uns nicht.

 

Seit wann firmieren Sie als autoPRO Konzeptpartner?


Seit sechs, sieben Jahren.

 

Sind Sie auch zuständig für den Ser vice an Lieferfahrzeugen, Wohnmobilen oder Oldtimern?

 

Kleinere Sprinter warten wir durchaus, für größere reichen unsere räumlichen und technischen Voraussetzungen in der Werkstatt nicht aus. Daher zählen auch die Besitzer von Reisemobilen nicht zu unserer Kundschaft. Eigner von Old- und Youngtimern sind bei uns willkommen, wenn sich aus der Erstanalyse durch unsere Fachleute ergibt, dass sich ein Reparaturaufwand lohnt und ob für das Fahrzeug aufgrund seiner historischen Geschichte noch Ersatzteile zu bekommen sind.

Kfz-Mechaniker Sascha Holtgrewe. Bild: H. Malguth

Wie steht’s um TÜV Abnahmen und Notdienst?


Hauptuntersuchungen und -abnahmen erfolgen bei uns täglich – wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Samstags haben wir einen Notdienst für die Werkstatt. Und in den nächsten Wochen beschäftigt uns hier dann saisonbedingt der Räderwechsel. Das ist ein echter Frequenzbringer, aber wenn dann sämtliche Kundenfahrzeuge umgerüstet sind, ist man auch erstmal wieder froh, Zeit für den regulären Werkstattalltag zu finden.


Bilden Sie auch aus?


Wir sind seit jeher Ausbildungsbetrieb, haben auch jetzt gerade eine junge Dame erfolgreich zur Kfz-Mechatronikerin ausgebildet. Allerdings konnten wir sie aktuell jetzt nicht unbefristet übernehmen, aber sie hat sehr schnell einen neuen Job gefunden und ist dort gut untergekommen.

Lars Meer beschäftigt zwei Zweiradmechaniker und eine Auszubildende. Bild: H. Malguth

Wie verhalten Sie sich, wenn Kunden ihre Ersatzteile gleich mitbringen?


Das kommt darauf an: Wenn’s ein Stammkunde ist, drücken wir beide Augen zu und verbauen die Teile, wenn es die richtigen sind. Ansonsten lehnen wir das schon aus dem Grunde ab, dass wir dafür keine Garantie übernehmen können. Bei meinem Sohn im Fahrradhandel ist es oft sogar noch extremer: Hier kommen auch schon mal Kunden mit EBikes unbekannter Herkunft, deren Motoren er gar nicht erst anrührt. Wenn dann jemand mit einem Tombolagewinn in Form eines Rades oder E-Bikes vorspricht und darum bittet, dass er das Gefährt zusammenbaut oder mal durchschaut, dann berechnet er dafür eine Wartungspauschale und alle sind glücklich und zufrieden.

Wir danken Ihnen, dass Sie uns für dieses Interview zur Verfügung gestanden haben.

Beitrag: H. Malguth

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