Motoren- und Getriebeöle sind nicht unbegrenzt haltbar. Experten sprechen von fünf Jahren, auch bei verschlossenen Gebinden. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Motoren- und Getriebeöle sind nicht unbegrenzt haltbar. Experten sprechen von fünf Jahren, auch bei verschlossenen Gebinden. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

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NOCH HALTBAR? SPIELT DAS ABLAUFDATUM IN DER WERKSTATT EINE ROLLE?

Noch haltbar? Spielt das Ablaufdatum in der Werkstatt eine Rolle?

Lebensmittel verändern mit der Zeit Ihre Eigenschaften, sie altern und verderben. Doch wie verhält es sich mit Produkten, die im Werkstattalltag zum Einsatz kommen? Verfügen Öle, Klebstoffe, Dichtmittel oder Reiniger auch über ein Ablaufdatum, wann werden sie unbrauchbar?

Jeder Kfz-Profi kennt die Thematik. Wieviel, von welchem werkstattchemischen Produkt, hole ich mir auf Lager? Welche Produkte benötige ich täglich, welche stauben im Regal vor sich hin? Es lässt sich jedoch nicht verhindern, dass Gebinde stehen bleiben, nur angebrochen werden oder seltener Verwendung finden. Jetzt kommt die Haltbarkeit ins Spiel.

Motoren- und Getriebeöle sind nicht unbegrenzt haltbar. Experten sprechen von fünf Jahren, auch bei verschlossenen Gebinden. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien
Motoren- und Getriebeöle sind nicht unbegrenzt haltbar. Experten sprechen von fünf Jahren, auch bei verschlossenen Gebinden. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Motoröle verlieren Ihre Eigenschaften

Laut Liqui Moly liegt die Mindesthaltbarkeit von Motorenölen in Kleingebinden oder Fassware, auch wenn sie angebrochen sind, bei rund fünf Jahren. Das setzt voraus, dass die Lagerung trocken und bei nahezu gleichmäßiger Temperatur, zwischen +5°C und +30°C erfolgt. „Bei längerer Lagerdauer reagieren Bestandteile der im Öl gelösten chemischen Additive mit dem Luftsauerstoff und der Luftfeuchtigkeit, die Öle verlieren ihre spezifischen Eigenschaften. Doch gerade die komplexen Additivformulierungen sind maßgeblich für die Leistungscharakteristik eines Öls verantwortlich“, so Harry Hartkorn, Leiter des Anwendungstechnik-Teams des Motorölherstellers. Im Übrigen ‚atmet‘ jedes Gebinde, speziell wenn sich die Umgebungstemperaturen ändern.

Öle für Klimaanlagen

Öle für den reibungslosen Betrieb der Klimaanlage, wie PAG-Öle, sind hygroskopisch und nehmen Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf. Aus diesem Grund sind angebrochene Behälter sofort wieder zu verschließen, das restliche Öl ist nur sehr begrenzt lagerfähig. Dies betrifft auch Behältnisse im jeweiligen Klimaservicegerät. Da neue, spezielle PAG-Öle für beiden Kältemittel (R1234yf und R134a) geeignet sind, sind sie oft in Kfz-Betrieben in Gebrauch. Sie dürfen nur in gut belüfteten Räumen gelagert werden. Die exakte Handhabung und die Haltbarkeit ist den Sicherheit- und Produktdatenblättern der jeweiligen Öle zu entnehmen.

Sprühdosen werden grundsätzlich auf Dichtheit geprüft. Stehen sie länger, können aber auch sie undicht werden. In den meisten Fällen sitzt jedoch das Ventil fest. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien
Sprühdosen werden grundsätzlich auf Dichtheit geprüft. Stehen sie länger, können aber auch sie undicht werden. In den meisten Fällen sitzt jedoch das Ventil fest. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Spraydosen, Reiniger, Lacke

Spraydosen werden auch als Aerosol- oder Druckgaspackungen bezeichnet. Vom Bremsenreiniger über das Multiöl bis hin zur Zinkfarbe oder diversen Fahrzeuglacken, zahlreiche Produkte sind in Spraydosen abgefüllt. Ein flüssiges oder gasförmiges Treibmittel, welches zugesetzt wird, sorgt für die Entleerung, Zerstäubung und den problemlosen Auftrag. Der Behälter einer Sprühdose ist druckstabil und grundsätzlich dicht. Das Ventil kann jedoch durch Materialreste verkleben und nicht mehr richtig öffnen oder schließen. Um zusätzlich Druckverlust oder Korrosion zu vermeiden sollten Sprühdosen immer stehend und sauber gelagert werden. Bremsen- oder Teilereiniger, sie enthalten Lösungsmittel wie Kohlenwasserstoffe, sind relativ lange haltbar. Bei Leckagen dampfen sie aus und werden unwirksam. Aus ökologischen Gründen sind Behälter mit Pumpmechanismus den Spraydosen vorzuziehen.

Klebstoffe, Dichtstoffe

Sehr sensibel auf lange Lagerzeiten reagieren Kleb- oder Dichtstoffe, besonders wenn sie bereits angebrochen sind. Zusätzlich kommt es darauf an, ob es sich bei Klebstoffen um 1K- oder 2K-Produkte handelt. Bei Scheibenklebern oder Ölwannendichtmitteln ist es üblich, dass die jeweilige Kartusche entweder vollends entleert (siehe Herstellerangaben) oder bei Restmengen nicht mehr wiederverwendet wird. Nur vollständig entleerte Gebinde dürfen dem Restmüll in der Kfz-Werkstatt zugeführt werden! Die Produkte verfügen über ein Haltbarkeitsdatum (Shelf-Live). Anaerobe Schraubensicherungen, die unter Luftabschluss aushärten, sind erfahrungsgemäß rund 1,5 Jahre haltbar.

Seitenblick: Verbandskasten und Pannensets

Auch Verbandskästen oder Reifenpannen-Sets beziehungsweise die Dichtmittelkartuschen verfügen über ein Ablaufdatum. Verbandsmaterial ist nur eine gewisse Zeit steril, das Dichtmittel altert, es kann zu Problemen beim Befüllen des defekten Reifens im Pannenfall führen. Fragen Sie aktiv bei Ihren Werkstattkunden nach. Eine Sichtprüfung lohnt sich!

Verbandskästen und erste Hilfe Sets unterliegen ebenfalls einem Verfallsdatum. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien
Verbandskästen und erste Hilfe Sets unterliegen ebenfalls einem Verfallsdatum. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Schnelle Lieferung sämtlicher Produkte

Prinzipiell sind alle chemischen Produkte alterungssensibel. Entscheidend für die Haltbarkeit sind die Art der Zusammensetzung, die Dauer der Lagerung (Bereithaltung), die Lagertemperatur sowie die Frage, ob das Gebinde bereits geöffnet wurde. Grundsätzlich sollte man jedoch Kleb- und Dichtstoffe so rasch wie möglich aufbrauchen. Aufgrund der schnellen, mehrmals-täglichen Belieferung der Partnerbetriebe durch die WM SE mit Ihren Marken Trost- und WM-Fahrzeugteile, entstehen im Werkstattgeschäft keine Engpässe. Und egal ob fachgerechte Reparatur, Erste-Hilfe- oder Pannen-Set, ihre Werkstattkunden sind auf jeden Fall sicher unterwegs! 

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Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien

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