: Regelmäßige Ölwechsel und das korrekte Öl sorgen für ein langes Motorleben. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

: Regelmäßige Ölwechsel und das korrekte Öl sorgen für ein langes Motorleben. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

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Oldtimer-Spezial: Das richtige Öl

Wer richtig schmiert, der gut fährt. Dies gilt vor allem für Oldtimer. Wir liefern Tipps zur korrekten Wahl des Motoröls.

Das richtige Öl hält Oldtimer-Motoren fit, der falsche Schmierstoff kann mitunter sogar zu Motorschäden führen. Es gilt der Grundsatz ‚weniger ist mehr‘. Während Additivpakete in modernen, synthetischen Hochleistungsölen für zahlreiche positive Eigenschaften wie Alterungsstabilität, Verschleißschutz und Drucktragevermögen sorgen, können Additive bei Oldtimern auch Schäden anrichten. Beispielsweise verfügen aktuelle, niedrigviskose Motoröle über sehr gute Spül- und Reinigungseigenschaften, was bei Oldtimern mit entsprechenden innermotorischen Ablagerungen nicht gewünscht ist. Aus diesem Grund ist auch dringend von einer Motorreinigung abzuraten. Die gelösten Asche-, Ruß- und (Bunt-) Metallrückstände können Ölkanäle zusetzen oder zu einer erhöhten Reibung, zu Lager- bis hin zum Motorschaden führen. Expertenmeinungen zufolge sollten Motorenöle für Fahrzeuge bis Baujahr 1950 generell keine Additive enthalten, da damals mitunter zwar Zyklon Abscheider, jedoch keine Hauptstromfilter verwendet wurden, die abgelöste Schwebstoffe aufnehmen konnten. Weitestgehend unempfindlich gegenüber konventionellen Ölen und ihren unterschiedlichen Grundölen und Additivierungen, sind gern verwendete Papier-, Kork- oder sogar Lederdichtungen. Doch Vorsicht: Diese Dichtungen unterliegen einer Alterung, härten aus und werden rissig. Sie sollten also bei Undichtigkeiten durch moderne Dichtungen ersetzt werden.

Schmierdienst: Motoröle mit Additivanteil wurden in den 1950er Jahren mit der Kennzeichnung ‚HD‘ (Heavy-Duty) versehen. Nach dem Ölwechsel kommt stets ein neuer Dichtungssatz zum Einsatz. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Zu Beginn der 50er-Jahre waren dann bereits Motorenöle auf Basis eines Grundöls und zweier Additivpakete üblich. Vereinfacht lässt sich also sagen: Je älter das Fahrzeug, desto geringer sollte der Additivanteil sowie die alkalische Reserve (KOH/g), die Säurezahl (BN-Number) und der Schwefelgehalt (mg/kg) des Motoröls sein. Laut Schmierstoffhersteller Liqui Moly eignen sich ein SAE 30 oder ein SAE 50 Einbereichs-Öl für Oldtimer ohne Ölfilter. Für Fahrzeuge mit Ölfilter empfehlen die Ulmer-Spezialisten ein SAE 20W-50. Mineralische Grundöle und Additive bieten dabei eine optimale Schmierung und einen sehr guten Verschleißschutz unter allen Betriebsbedingungen. Eine Einschränkung gibt es beispielsweise bei Kunststoffdichtungen die in den 60er-/70er-Jahren verwendet wurden. Sie reagieren tendenziell auf aggressive Lösemittel und können Schaden nehmen.

Fazit:

Mit gut ausgewählten modernen, mineralischen aber auch teilsynthetischen High-Ash-Motorenölen (20W-50) sind auch die meisten Einsatzgebiete für Oldtimer mit Ölfilter gut darstellbar. 15W40-Öle mit entsprechend auf die Fahrzeugtechnik abgestimmten Additivpaketen sind für jüngere Oldtimer ab Baujahr 1975 sehr gut geeignet.


Im Übrigen: Möchte man grundsätzlich über den Zustand des Motors Bescheid wissen, empfiehlt sich auch nach längeren Standzeit ein Öltest. Anbieter wie beispielsweise Oelcheck oder Mobilserv verschicken ein Probeentnahmeset mit Versandbeutel. Das Motoröl wird betriebswarm aus dem Peilstab entnommen und auf schädliche Verunreinigungen untersucht. Dies lässt auf den Zustand des Motoröls an sich, vor allem aber auch des Motors und der Lager schließen, beispielsweise wenn Eisen-, Kupfer- oder Bleianteile nachgewiesen werden.

Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien

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