TEIL 2: TESKA HESELHAUS - AUSBILDUNG IN DER PRAXIS

Während deiner Ausbildung wirst du dich jeweils drei Tage die Woche im Betrieb befinden und dich regelmäßig neuen Situationen stellen. Die Abteilungen wechselst du in der Regel alle zwei Monate, abgesehen von ein paar Ausnahmen. Hierbei erwarten dich keine großen Überraschungen; Du durchläufst jede Abteilung, die die Zentrale eines Großhandels aufweisen muss. Vom Lager über den Vertrieb bis zum Einkauf ist alles dabei.

Übung macht den Meister

Da deine Berufsausbildung auf zwei Jahre verkürzt ist, durchläufst du die Bereiche auch innerhalb der Abteilungen relativ schnell, was sowohl Vor- als auch Nachteile für dich haben kann. Gerade zu Beginn ist es schwierig, aktiv an etwas zu arbeiten. Alles ist neu, die Computerprogramme teilweise noch böhmische Dörfer für dich und du bist froh, überhaupt die Abteilung gefunden zu haben, in der du jetzt tätig bist.

 

Innerhalb der kurzen Zeitspanne begreifst du einige Dinge nur grob und kannst dich nicht wirklich in die Materie vertiefen, da der nächste Abteilungswechsel schon wieder ansteht. Das ist aber kein Grund zur Sorge. Hier gilt: Je länger du im Betrieb tätig bist, desto mehr wirst du zusammenhängende Abläufe verstehen und verinnerlichen.

Sei also nicht beunruhigt, wenn du nicht alles auf Anhieb verstehst und umsetzen kannst. Aus Fehlern kannst du nur lernen und bei Fragen haben deine Kollegen immer ein offenes Ohr für dich. Es wird nicht lange dauern, bis du eigenständig Aufgaben übernimmst und aktiv mitarbeiten kannst, wenn du Selbstinitiative und Interesse entgegenbringst.

 

Auf der anderen Seite können dir die verhältnismäßig zügigen Bereichswechsel aber auch in die Karten spielen. Falls du für dich bemerkst, dass dir die Zuständigkeiten der Abteilung, in der du dich aktuell befindest, nicht so sehr liegen, so ist der Tapetenwechsel schon absehbar. Du wirst schnell ein Gespür dafür bekommen, in welchen Bereichen du dich wohlfühlst und wo du dich eher weniger siehst. Vielleicht hast du ja auch schon vor der Ausbildung einen Bereich im Kopf, der dich besonders reizt und auf den du dich freust.

An dieser Stelle mein Tipp an dich:
Versuche, jeder neuen Situation offen und unvoreingenommen gegenüberzustehen.
So kannst du negative sowie positive Erlebnisse aus der vorherigen Zeit hinter dir lassen, als Erfahrung abspeichern und mit frischer Motivation in die neue Situation starten. Es mag banal klingen, aber Vergangenes hinter sich zu lassen ist der Schlüssel, um neue Dinge aufzunehmen und aus ihnen zu lernen.

Diese Herangehensweise macht es dir mit der Zeit immer leichter, dich in neuen Situationen zurechtzufinden, da du ein Gespür für die Abläufe im Unternehmen sowie für deine Kollegen entwickelst.

Berichte und Notizen

Im Zuge deiner Ausbildung wirst du sowohl Wochen- als auch Abteilungsberichte schreiben (müssen). Ich muss zugeben, dass das lästig sein kann. Allerdings sind diese Berichte auch für dich persönlich von Vorteil, weshalb ich dir rate, sie von Anfang an ordentlich zu verfassen. So schaffst du dir nämlich selbst die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt (insbesondere kurz vor deiner Abschlussprüfung) Einblick in deine Tätigkeiten zu haben und dich sogar an Abteilungen zu erinnern, die überhaupt nicht in deinem Interessensbereich lagen. Wenn du zusätzlich stets aufmerksam im Betrieb unterwegs bist und dir regelmäßig Notizen machst, brauchst du am Ende keine Bange haben, in deiner mündlichen Abschlussprüfung ins Straucheln zu geraten. Somit räumst du dir von Beginn an eine große Sorge einfach selbst aus dem Weg und machst obendrein auch noch deinen Ausbilder und deine Kollegen durch dein entgegengebrachtes Interesse glücklich – eine win-win Situation.

Deine Aufgaben

Die dir zugeteilten Aufgaben im Betrieb variieren von Bereich zu Bereich. Sicher ist aber, dass du sowohl in „körperliche“ (bspw.  Kommissionieren, Wartung von Abgastestern im Außendienst etc.) als auch in Büroarbeit Einblick bekommst. Es warten also eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben auf dich.

Aller Anfang ist schwer

Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Tage bei der WM SE. Die Größe des Betriebes hat mich erstaunt und mir den reibungslosen Start auch nicht gerade erleichtert. Mit über 400 Mitarbeitern allein am Standort Osnabrück fühlte ich mich zunächst ein wenig wie eine Ameise im Elefantengehege, ohne Orientierung.

Doch dieser Zustand nahm glücklicherweise relativ schnell ein Ende, nachdem ich die ersten Kontakte geknüpft hatte. Lass dich also nicht beirren. Auch du wirst dich schnell zurecht finden und neue Bekanntschaften machen. Und falls du etwas nicht findest braucht dir das nicht unangenehm sein, frag einfach nach, so wie ich.

Mut zur Mitsprache

Auch wenn du den Titel „Azubi“ trägst, sollte dir bewusst sein, dass du dennoch ein vollwertiger Mitarbeiter bist. Dementsprechend kannst und sollst du dich auch verhalten. Habe Mut zur Mitsprache. Nur weil du noch lernst, heißt das nicht, dass du zu allem „ja und amen“ sagen musst.

 

Verbesserungsvorschläge und Kritik sind durchaus erwünscht, sofern konstruktiv. Auch erfahrene Mitarbeiter können von dir lernen, ebenso wie du von ihnen. Der Respekt vor Kollegen und Vorgesetzten ist wichtig und unerlässlich, dennoch kannst du auf Augenhöhe kommunizieren und auch andersrum Respekt verlangen. Sei selbstbewusst und mach den Mund auf, wenn du etwas zu beanstanden hast; man wird dir zuhören und dich ernst nehmen.

Hartnäckig bleiben

Während deiner Ausbildung wird nicht alles immer reibungslos ablaufen und du wirst auch mit Rückschlägen umgehen müssen. Doch das ist kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen.

Mein Tipp an dich:
Lass dich nicht abschrecken. Negative Erlebnisse sind Erfahrungen, auf die du in Zukunft zurückgreifen kannst, um es besser zu machen und so effizienter und schneller an dein Ziel zu kommen.

Wer redet, dem wird geholfen

Was auch immer du auf dem Herzen hast, sprich es an. Es wird immer jemanden geben, der ein offenes Ohr für dich hat und dir hilft. Wenn also etwas nicht stimmt oder du dich unwohl fühlst, scheue dich nicht davor darüber zu reden. Zur Not kommst du einfach zu mir, ich helfe immer gerne.

 

Eure Teska

 

Im nächsten Teil: Hochschule und Berufsschule

Zurück

DAS KÖNNTE SIE AUCH
INTERESSIEREN

WIR SIND WM

Teil 1: Die spontane Wahnsinnige im geordneten Chaos.

Teska ist duale Studentin bei der WM SE. In dieser Serie stellt sie sich vor und gibt uns Einblicke in die Ausbildung.

MEHR LESEN »

NEWSLETTER