Unser Mobilitätsverhalten - wo geht die Reise hin?

Inwiefern wirkt sich der Klimawandel und die Covid-Pandemie auf die Mobilität der Deutschen aus? Der Mobilitätsmonitor 2021 liefert zahlreiche, hochinteressante Antworten.

Beim ‚Mobilitätsmonitor‘ handelt es sich um eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach im Auftrag der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Die Erhebung wird seit 2019 durchgeführt, die aktuelle Version ist am 13. Juli vorgestellt worden, also noch vor den schrecklichen Hochwasserereignissen in Teilen Deutschlands.

Nichts desto trotz lautet eine Kernerkenntnis der Umfrage, dass der Klimaschutz keinesfalls durch die Covid-Pandemie aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verdrängt worden ist. Vielmehr wird er als die größte globale Herausforderung angesehen und damit seien auch Auswirkungen auf persönliche Mobilität zu erwarten. Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach und Acatech-Senatorin: „Der großen Mehrheit der Deutschen ist bewusst, dass die Klimaschutzmaßnahmen die Rahmenbedingungen für ihre Mobilität verändern werden. Die Wünsche, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln sollten, fallen jedoch deutlich anders aus als die Erwartungen. Viele befürchten Einschränkungen, hoffen jedoch, dass stattdessen der technologische Fortschritt sowie intelligente Verkehrskonzepte die Lösung bringen.“

Intensive Anstrengungen notwendig

Auch wenn die Mehrheit laut ‚Mobilitätsmonitor 2021‘ skeptisch ist, ob es gelingen wird, den Klimawandel in den Griff zu bekommen, fordert ein Großteil der Bevölkerung intensive Anstrengungen. Besonders wichtig sind in den Augen der Bürgerinnen und Bürger der Schutz der Regenwälder (74 Prozent), internationale Vereinbarungen (72 Prozent) und Emissionsvorgaben (61 Prozent) für die Industrie, aber auch Veränderungen bei der Energienutzung und der Mobilität. 60 Prozent halten schadstoffarme Antriebssysteme für einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. 57 Prozent finden die Verlagerung des Güterverkehrs auf Schienen- und Wasserwege wichtig und ebenso viele Menschen sprechen sich für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs aus. Stabil geht gut ein Drittel der Bevölkerung davon aus, dass die Bekämpfung des Klimawandels Einschränkungen der individuellen Mobilität erfordert. Eine Mehrheit hofft, dass der technologische Fortschritt dazu beiträgt.

Digitslisierung und Vernetzung

Die Bevölkerung sieht Licht und Schatten. Die Mehrheit verbindet die zunehmende Digitalisierung in Fahrzeugen mit mehr Komplexität. Dies sehen vor allem die älteren Generationen so. Aber auch bei unter 30-Jährigen überwiegt die Überzeugung, dass Autos komplizierter und weniger nutzerfreundlich werden. Gleichzeitig sieht die Mehrheit viele Vorteile in der Vernetzung. Insbesondere die Informationen über Verkehrsstörungen (65 Prozent), alternative Routen (64 Prozent), freie Parkplätze (55 Prozent) schätzen viele Menschen und erwarten, dass sich vor allem die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert. 56 Prozent glauben, dass Daten die Verkehrssicherheit signifikant erhöhen und dass sie den Verkehrsfluss verbessern (57 Prozent). Sieben von zehn Befragten verbinden jedoch mit der Digitalisierung und Vernetzung auch Gefahren durch Datenmissbrauch und Cyberattacken.

Mobilitätsmonitor - die Befragung

Die Ergebnisse des Mobilitätsmonitors 2021 stützt sich laut Auftraggeber, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), auf 1.027 Face-to-Face-Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren und schließt inhaltlich und methodisch an die Studien von 2019 und 2020 an. So sind den Angaben zufolge zahlreiche Trendanalysen möglich. Die Interviews fanden im Mai 2021 statt.

Sensorfusion

Alle relevanten Daten von Radar, Kameras und Ultraschallsensoren können inzwischen mit Hilfe der Sensorfusion intelligent verknüpft werden. Laut VDA macht dies das automatisierte Fahren erst möglich. Der Verein Deutscher Ingenieure VDI bestätigt ebenso, dass Multisensoren im Trend liegen. Diese Technologien werden immer günstiger, sind kompakter, arbeiten energieeffizient und erzielen eine hohe Genauigkeit der Detektion.

Redundanzen, also die teilweise Überlagerung von Ergebnissen der Umfeld-Erkennung, sind dabei ausdrücklich erwünscht. Erst Redundanzen und Plausibilitätsprüfungen, also die systeminterne Kontrolle, ob die Umgebungsdaten korrekt erfasst wurden, verhindern eine fehlerhafte Interpretation der Daten.

Die Experten des VDI erwarten für die Zukunft einen je nach Automatisierungsgrad und Fahrzeugklasse spezialisierten Sensormix – meist eine Kombination aus Radar, Kamera und Lidar.

Beitrag: WM SE

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