Batterie-Ladegeräte sind in verschiedenen Ausführungen und Leistungsklassen verfügbar. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Batterie-Ladegeräte sind in verschiedenen Ausführungen und Leistungsklassen verfügbar. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

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VOLL UNTER STROM: WAS MODERNE LADEGERÄTE KÖNNEN

Moderne Ladegeräte sind intelligent und leistungsfähig. Doch sie können mehr, als nur die schwächelnde Batterie wieder aufladen. Auf was es bei Ladegeräten ankommt, erklären wir nachfolgend.

Im Werkstattalltag muss ein professionelles Batterieladegerät einiges abkönnen. Deshalb sollte es robust ausgeführt und weitestgehend unempfindlich gegenüber chemischen Einflüssen sein. Geräte aus hochfestem Kunststoff oder Metall haben sich bewährt. Die Polzangen müssen leicht zu greifen, kräftig zupacken und vollisoliert sein.

Früher waren Batterieladeplätze mit stationären Ladegeräten üblich, die Akkus mussten ausgebaut werden. Heute haben sich Geräte, die mobil und direkt am Fahrzeug einsetzbar sind, durchgesetzt. Die Voraussetzung: Um Batterien direkt im Fahrzeug aufzuladen, muss das Gerät dafür geeignet sein, was bei den meisten Profigeräten jedoch der Fall ist.

Batterie-Ladegeräte sind in verschiedenen Ausführungen und Leistungsklassen verfügbar. Bild: Georg Blenk, Krafthand Medien

Einige Hersteller bieten Haltekonsolen für Säulenhebebühnen oder Befestigungssysteme wie Haltewinkel für Fensterscheiben oder Haken für den Schließbügel der Fronthaube, an. Entsprechend lange Lade- und Netzkabel sind notwendig, aber nicht immer im Lieferumfang enthalten. Steckadapter und Verlängerungssysteme sind eine sinnvolle Ergänzung. Bei schlecht zugänglichen Batterien, können sogenannte Schnellladeverbinder dauerhaft im Fahrzeug verbleiben. Ein Plus für Ihren Werkstattkunden!

Automatisch und sicher Laden

Fahrzeug-Batterien, die eine Ruhespannung unter 12,5 V aufweisen, sollten nachgeladen werden. Die Ruhespannung fällt öfter als gedacht unter diesen Wert, dies kann folgende Ursachen haben:

  • Selbstentladung (längere Standzeiten), 
  • versteckte Verbraucher, 
  • offensichtliche Verbraucher wie Standheizungen und Hifi-Anlagen, 
  • tiefe Temperaturen im Winter.

Professionelle Ladegeräte erkennen den Ladezustand und starten bei Bedarf den Ladevorgang automatisch. Im Übrigen verschlechtert sich der Ladezustand einer Batterie auch bei der Diagnose in der Kfz-Werkstatt.

Um eine Batterie im eingebauten Zustand sicher zu laden und dabei nicht das Bordnetz und die Elektronik zu beschädigen dürfen keine Spannungsspitzen auftreten (DIN 40839, Störungsaussendungsgrad 1). Gute Geräte laden eine Batterie, indem sie die Spannung elektronisch regeln (Bei einer 12V-Batterie mit maximal 14,4V). Dies dient dem Überlastschutz und beugt einer Beschädigung der Batterie vor. Bei 100 Prozent Ladezustand muss das Ladegerät automatisch eine Nachladephase einleiten und dann in den Batterie-Erhaltungszustand wechseln (IUoU-Ladeverfahren).

Spannungserhaltung

Bei Diagnosearbeiten, einem Software-Update oder im Showroom muss gewährleistet sein, dass der Ladezustand der Batterie erhalten bleibt. Eine Stützladefunktion (Dauerladen) des Ladegeräts gewährleistet die optimale Stromversorgung und Spannungserhaltung.

Ist ein Tausch der Batterie notwendig, dienen entsprechende Ladegeräte als Netzteil, um den zwischenzeitlichen Erhalt der Bordspannung zu gewährleisten. Ein Anlernen, beispielsweise des Fahrzeugschlüssels oder die Eingabe des Radio-Codes entfällt. 

Regenerationsmodus

Mit professionellen Ladegeräten lassen sich tiefenentladene Batterien (bis zu 50 Prozent weniger Ladung) mitunter wieder zum Leben erwecken. Ein Regenerationsmodus, mit elektronisch gesteuertem Ladewächter und gegebenenfalls Desulfatierungs-Funktion sorgt für die Reaktivierung. Der Vorgang dauert in der Regel länger, da ein kleiner Ladestrom über einen längeren Zeitraum angelegt wird. Bei Blei-Akkumulatoren sind hier Grenzen gesetzt. AGM- und Gel-Batterien sind robuster gegen Tiefenentladung und verfügen über ein besseres ‚Erholungsverhalten‘. Es gilt: Im Zweifelsfall sollten Sie immer den Austausch der Batterie empfehlen!

Einsatzspektrum und Sicherheit

Ein professionelles Ladegerät regelt die Ladespannung temperaturabhängig und ist für die gängigen 12V- beziehungsweise 24V-Batterietypen (automatische Erkennung) wie Blei-Säure-, Lithium-Ionen-, Gel- und AGM-/Vlies-Batterien bis 300 Ah) geeignet. Ein elektronischer Ladewächter, ein Verpolungs- und Überspannungsschutz dienen der Sicherheit. Das Gerät zeigt darüber hinaus mindestens den aktuellen Ladezustand an. Für den temporären Außeneinsatz müssen Batterieladegeräte über die Schutzklasse IP 44 verfügen. 

Was gerne auch mal vergessen wird: Beim Anschluss des Ladegeräts ist zuerst die rote Klemme mit dem Pluspol dran. Erst dann folgen die schwarze Klemme und der Minuspol. Erst jetzt verbindet der Kfz-Profi das eigentliche Ladegerät mit dem Stromnetz. 

Im Übrigen: Ein Batterietester mit Druckfunktion dokumentiert den Ladezustand der Batterie. So schließen Sie ‚spannende‘ Diskussionen mit Ihren Kunden von Anfang an aus. 

Mehr zum Thema Batterieladegeräte und zu den einzelnen Modellen erfahren Sie unter anderem im aktuellen Monochrom-Katalog.

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Beitrag: Georg Blenk, Krafthand Medien

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